"In Katzemich wird Plootz gebackt seit 1980", wissen Friedrich Geis und Norbert Halbig. Die beiden arbeiten seit 25 Jahren beim Katzenbacher Backofenfest als Plootzbäcker "an der Front". Übernommen haben sie den Job von ihren Vätern - Alfons Geis und Walter Halbig. Und den Nachwuchs haben sie auch schon eingelernt, nämlich wiederum ihre Söhne Julius Geis, Fabian und Lukas Halbig sowie Sebastian Voll.
Das Wichtigste aber sind die Plootzfrauen.
Denn "wenn die nix Gscheits ro bringe, dann könne mir a nias Gscheits geback", konstatiert Halbig.
Es ist sehr arbeitsaufwändig, bis der fertige Plootz verspeist werden kann, erläutert Halbig. Etwa 25 Leute sind für die verschiedenen Vorgänge notwendig, damit, wie beispielsweise am Samstag, 270 Zwiebel- und Matteplootz über die Theke gehen können.
Schon am Montag vor dem Backofenfest, das der Musik- und Heimatverein in der Regel am ersten Maiwochenende abhält, geht es mit den Vorbereitungen los. Frische Milch vom Bauern aus Lauter wird geholt, damit sie bis zum Samstag für die "Kartoffelschmier" sauer wird, sagt Julia Metz, stellvertretende Vorsitzende des Musik- und Heimatvereins und Organisatorin der Plootzfrauen. Das Besondere am Katzemicher Plootz ist nämlich, dass in den Belag neben Quark und Sauerrahm auch Kartoffeln hineinkommen. Deshalb bekommt jede der etwa ein Dutzend Helferinnen Kartoffeln mit nach Hause, die am Morgen vor dem Backen gekocht und durchgedrückt werden müssen.
Freitagnachmittag werden im Feuerwehrhaus bereits die Zwiebeln geschält. Das Schneiden erledigt zwar eine Küchenmaschine. Aber das "Andömpfen" (Anbraten) muss wieder von einem Teil der Bäckerinnen übernommen werden. Die anderen Frauen putzen derweil den für das Fest umfunktionierten Feuerwehrraum.

Jede weiß, was sie zu tun hat

Während am Samstag- und am Sonntagnachmittag der Backofen noch aufheizt, gehen die Frauen - auf Kommando des Plootzbäckerchefs - an die Arbeit. Heuer waren dabei Heike Metz, Renate Halbig (Plootzchefinnen), Marga Männl, Thea Straub, Carmen Fehr, Alma Emmert, Elsa Metz, Paula Füller, Ursula Veth und Sabrina Metz. Für die Organisation ist Julia Metz zuständig. Die Aufgaben sind verteilt, jede weiß genau, was sie machen muss: den Brotteig, der fertig vom Bäcker bezogen wird, portionieren, ausrollen oder belegen. Jetzt kommen die "Träger" zum Einsatz, welche den Plootz vom ersten Stock hinunter zum Backofen tragen, der im Erdgeschoss des Hauses eingebaut ist. Meist sind es Nachwuchsmusikantinnen des Musikvereins, die sich als Träger engagieren müssen. Erst dann dürfen sie sich als Plootzbäckerinnen beweisen, erklärt Halbig.
Das Backofenfest ist für viele ehemalige Katzemicher "schon mal Anlass, die Heimat zu besuchen und den guten Plootz aus der Kindheit zu essen". Nach überliefertem Rezept hergestellt, "schmeckt er genau wie früher", lobt Gabi Geis-Hagemeyer, die in Würzburg lebt. Ihre Kinder kämen deshalb oftmals sogar extra aus der Schweiz angereist.
Das Backofenfest, heuer mit den Bergmusikanten, den Koartschulmusikanten, verschiedenen Jugendorchestern (unter anderem dem Juniorexpress der Katzenbacher Musikkapelle) und dem Musikverein Oerlenbach, veranstaltet der Musik- und Heimatverein Katzenbach. Mit dem Erlös aus dem Fest wird die Ausbildung der Nachwuchsmusiker finanziert.