Es ist ein ungewöhnlicher, aber kreativer Ansatz, mit dem Geschäftsführer Sven Wedler das Hotel Dappers bewirbt - in Form von Kooperationen mit Influencern. "Eigentlich hat das damit angefangen, dass ich im Netz immer mal wieder ein paar Mädels vor Hotels gesehen habe", erzählt der 39-Jährige.

In der Bildunterschrift oder ihrem Profil warben diese für das Hotel, im Gegenzug durften sie ein paar Tage in Bad Kissingen übernachten. Der "Hotelier aus Leidenschaft" fand die Idee interessant. Und wollte herausfinden, ob und wie erfolgreich die Kooperation war.

Einladung ins Hotel

Über den Dienstleister Selecdoo hat Wedler solche Möglichkeiten: Wenn ein Influencer einen von Selecdoo generierten Link veröffentlicht, ist nachverfolgbar, wie viele Buchungen über den Link des Influencers abgewickelt wurden. So seien Kooperationserfolge messbar.

Für die Kooperationsanfragen hat Wedler mit einem Kollegen ein Anschreiben kreiert: "Ich würde dich gerne in unser Haus für 1-2 Übernachtungen mit Halbpension und Eintritt in den Spa-Bereich einladen", schreibt er. Dort könnten die Influencer und Blogger Bilder machen, das Haus und die Stadt kennenlernen.

Beide Seiten profitieren

Dann sollen sie ein oder mehrere Bilder oder Blogposts veröffentlichen, mit einem Link darunter oder in ihrem Profil. Gelangt durch den Link eines Influencers eine Person zu der Seite des Hotels, bekommt dieser vom Kauf eines Gutscheins oder der Buchung im Hotel einen Anteil. Und das jedes Mal. Eine Win-Win-Situation: Hotel wie Influencer profitieren von der Buchung.

"Je mehr Influencer ich um mich herum aufbaue, desto unabhängiger werde ich von Plattformen", erklärt der 39-Jährige. Denn Plattformen wie Booking.com oder tripadvidor.de würden hohe Provisionen verlangen. Zur Auswahl der Influencer nutzt Wedler die Seite likeometer.co oder schaut nach Personen, die schon Mal in Bad Kissingen waren und achtet auf die Qualität der Bilder und Postings.

Noch keine Auswertung

Die Anzahl der Follower sind für Wedler kein Anhaltspunkt: "Die Reichweite könnte künstlich in die Höhe getrieben sein." Anschreiben müsse er sehr viele, bis er eine Rückmeldung bekäme. "Manche wollen fünf- bis zehntausend Euro Werbekostenzuschuss. Also nochmal extra Geld dafür, dass sie werben", erzählt der Hotelier.

Bisher habe er fünf Kooperationspartner bei sich gehabt. "Das sind noch zu wenige, um eine Auswertung machen zu können, wie gut es funktioniert. Das kommt am Ende."

Nürnbergerin in Bad Kissingen

Eine der Besucher ist Nicole Hoffart, alias @blondediariez (29,5 Tausend Follower). Sie erzählt: "Sven Wedler hat mich angeschrieben. Ich bin auch nicht der Typ Influencer, der die Marken anschreibt, sondern freue mich über Anfragen." Bad Kissingen kannte die 22-Jährige als beliebten Kurort. "Der Aufenthalt im Hotel als ehemaliges Sanatorium war super, denn wir hatten von oben eine schöne Aussicht über Bad Kissingen und der Wellness-Bereich war echt mega."

Von der Stadt ist die Nürnbergerin begeistert: "Die Stadt mit ihren historischen Kuranlagen, also die Architektur an sich, hat mir total zugesagt. Ich bin mir durch den Stil, durch die Palmen und Grünanlagen vorgekommen, wie in Spanien." Auch die Innenstadt, das Kneippbecken, der Stadtstrand und der Kurpark hätten ihr gefallen.

Ruhe finden in der Kurstadt

Ähnlich angetan zeigt sich Tobias Neuber (@tobineuber). Der 19-Jährige ist Mitglied der deutschen Ski-Nationalmannschaft. Über die Plattform Anthele.One als Vermittler, ist auch er im Hotels Dappers gewesen. Seine erste Kooperation, sagt er. Der aus Pfronten im Ostallgäu stammende Sportler freut sich, in Bad Kissingen seine Ruhe zu finden.

"Wenn man mal runterkommen will, wenn man mal Stress hat, finde ich hier einen super Ausgleich. Ungewohnt war das Kurkonzert mit klassischer Musik. Das ist nicht direkt für meine Altersgruppe", erzählt Tobias. Dennoch habe die Stadt ihren Reiz. "Ich kann mich da nicht beklagen, aber ich werde auf jeden Fall noch ein paar Jahre haben, bevor ich mich zu einer klassischen Musik in den Kurpark hock und da dann zuhöre."

Bloggerreisen des Staatsbades

Auch die Bayerische Staatsbad Bad Kissingen widmet sich neuen Geschäftsmodellen und führt seit Längerem Bloggerreisen durch. "Wir arbeiten mit unterschiedlichen Bloggern und Influencern zusammen, die von uns je nach Schwerpunkt des Blogs ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt bekommen und dadurch Bad Kissingen individuell entdecken können", erklärt Pressesprecherin Ines Hartmann.

Seit Februar 2020 bewirbt der Instagram-Account @badkissingen.entdeckediezeit die Stadt. Ines Hartmann dazu: "Mit stimmungsvollen Bildern beliebter und interessanter Orte im Bayerischen Staatsbad stellen wir dort Bad Kissingen vor und möchten den Abonnenten Lust auf einen Urlaub in Bad Kissingen machen."