Fränkisch ist gar nicht so schwer. Manchmal braucht man dennoch einen Dolmetscher. "Haste eeh ääh üüh?" Für die Franken ist diese Frage ein ganz banaler Satz des alltäglichen Lebens. Richtet man diese Frage an Jemanden, der nicht des "Fränkischen" mächtig ist, erreicht man bei ihm nur Staunen und schiere Hilflosigkeit. Dabei wollte man eigentlich nur wissen, ob er ein Ei übrig habe. Abhilfe bei diesen Sprachproblemen schafft der Fränkische Heimatabend, bei dem den "Franggen" aufs "Maul", ins Herz und tief in die Seele geblickt wird.

Mit einem liebevollen Blick auf das Brauchtum, Kultur, Musik und Tänze der Bewohner von Main und Rhön erfreuten Laienkünstler aus der Region die Zuschauer im Großen Saal des Regentenbaus. Bernd Schraut aus Maßbach führte nicht nur durchs Programm, sondern war auch für die Mundart zuständig. Mit hintersinnigen humoristischen "Gedichtlich" und "Geschichtlich" erheiterte er die Zuhörer im typischen fränkischen Dialekt.

Der Herbst ist in Franken die Zeit von Federweißen, Kirchweih und Plantänzen. Nicht aus der Rhön, sondern aus der Umgebung von Werneck kamen die Musikgruppe des Abends. So stand bei den Schrolla Musikanten fränkische Volksmusik mit Marsch, Walzer oder Polka auf den Notenblättern. In einer Besetzung von acht Musikern, mit Trompete, Bass, Tenorhorn, Bariton, Es-Klarinette und B-Klarinette, eine ideale Blaskapelle für Blasmusik aus Franken, wie sie auch bei Kirchweih und Plantänzen interpretiert wird.

Fränkische Rund- und Figurentänze, wie den "Schlamperer" oder den "Hackschottisch", die bei diesen Feierlichkeiten getanzt werden, zeigte die Tanzgruppe aus Weisbach in der Rhön - gekleidet in ihren traditionellen, reich bestickten Trachten. Begleitet wurden sie musikalisch von Helmut Handwerker mit der Steirischen Harmonika. "Dös is mei Tochter, dös is mei Tante, des ist mei Nichte, dös mei Mudder."

Wenn sich die "Kaufmannsware" vorstellen, muss man als Zuhörer schnell schalten, um alles richtig zu begreifen. Hinter der "Kaufmannsware", den "Wilden Schlehen aus der Rhön", wie sie sich auch noch nennen, verstecken sich vier blitzsaubere "Weibsbilder" - wie man in Franken auch sagt - aus der Region um den Kreuzberg. Alle vier sind miteinander verwandt. Mit Musik und frechem, leicht frivolem Gesang im Rhöner Dialekt begeistern Edith Hüttner (Tuba), Angelika Enders (Trompete), Theresa Seiffert (Klarinette) und Ilona Zirkelbach (Akkordeon) immer wieder ihre Zuhörer.

Kaufmannsware heißen sie, weil sie alle von der Familie Kaufmann abstammen. Da sie aus dem Ort Weisbach im Landkreis Rhön-Grabfeld stammen und die Weißbacher volkstümlich die Schlehenhecken heißen, haben sie den Namen "Wilde Schlehen" auch noch übernommen.

In ihren selbst gedichteten Liedern ist ihnen nichts heilig. Erst vor einer Woche waren sie in der Sendung "Brettl-Spitzen" des BR Fernsehen zu sehen. Gerade diese Vielfalt an Sprache, Brauchtum und Kultur machen die "Franggen" und auch den Fränkischen Heimatabend abwechslungsreich und spannend.