"Humor ist die Medizin, die am wenigsten kostet und am sichersten hilft", besagt ein altes deutsches Sprichwort. Es ist nicht leicht, in der aktuellen Situation den Humor nicht zu verlieren. Die Musikpädagogin Ilona Seufert allerdings will sich ihren nicht vermiesen lassen. Nur ein paar Tage ist es her, dass die gebürtige Wirmsthalerin ein Lied über Alltagssituationen in der Quarantäne geschrieben hat, das zumindest zum Schmunzeln einlädt. Lachen gegen den Lagerkoller also.

Zwei, beziehungsweise drei Strophen widmet Seufert jeweils einem Themenkomplex. Am Anfang erscheinen sowohl Frau als auch Mann alles noch rosarot. Endlich hat man Zeit als Paar, für die eigenen Kinder, die Eltern können den Lehrern einmal zeigen, wie man richtig unterrichtet, und lange Liegengebliebenes im Haushalt kann mal erledigt werden. Dieses Idyll bröckelt aber nach kurzer Zeit.

Zuerst streiten sich die Erwachsenen, weil er mal wieder ihre Mühen in Sachen Optik nicht erkennt und würdigt. Die Kinder haben gar keine Lust, Zeit mit ihren Eltern zu verbringen und versauern lieber vor dem Smartphone, PC oder der Spielekonsole und Kevins schlechtes Abschneiden in der Schule scheint wohl doch nicht an der Inkompetenz des Lehrers zu liegen. Zu allem Überfluss gehen den Erwachsenen auch noch irgendwann die Haushaltsaufgaben aus, dann ist guter Rat teuer.

Sechsstimmiger Chorsatz

Die Frage, wie sie auf die Idee zu diesem humoristischen Song kam, beantwortet Seufert mit einem Lachen: "Ich bin früh aufgewacht, und wenn ich sage früh, dann meine ich so kurz nach fünf, und es schoss mir einfach in den Kopf. Ich kann dann auch nicht liegenblieben." So setzte sie sich an den Schreibtisch und knapp vier Stunden später waren der Text vollendet und sogar ein sechsstimmiger Chorsatz geschrieben.

Für Seufert selbst war es eine von Kurzweil geprägte Zeit, denn "ich habe mich schon beim Schreiben kaputtgelacht." Anfangs wollte sie das Lied eigentlich für die alljährliche Sängerschulung in Münnerstadt komponieren. "Doch dann kam mir, dass das Thema so aktuell ist, dass ich auch jetzt schon etwas daraus machen könnte", schildert Seufert. Gesagt, getan, an einem Video wird bereits gearbeitet, welches auf Facebook zu finden sein wird.

Generell sieht die Diplom-Musikpädagogin in der aktuellen Situation nicht nur Nachteile für die vielen Musiker. Durch den Wegfall der Terminhast ist endlich einmal wieder Zeit, richtig kreativ zu sein. "Ich kann momentan die Musik, die ich mag, mit dem Instrument meiner Wahl machen. Es ist auch eine Kreativzeit", beschreibt Seufert. Natürlich machten ihr Beruf als Lehrerin, Chorleitung und all die anderen musischen Aufgaben ebenso großen Spaß, "aber da bin dann doch ich immer die treibende Kraft, die dafür verantwortlich ist, dass möglichst alle bei Laune bleiben und Fortschritte machen", fährt sie fort.

In erster Linie hofft Seufert allerdings den Menschen mit ihrem Lied ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Sie hat bewusst eine ernsthaft-melancholische Grundstimmung wie die Verknüpfung mit dem aktuell grassierenden Corona-Virus vermieden:. "Ich will einfach alltägliche Situationen aus der Quarantäne ein bisschen aufs Korn nehmen. Vielleicht erkennt sich der ein oder andere darin wieder und muss darüber lachen. Dann hätte das Lied seinen Zweck schon erfüllt."