"Wachwechsel" in der Kuratie Christkönig des Bundeswehrstandorts Hammelburg. Nach 18 Monaten verließ der katholische Soldatenseelsorger Alfons Schöpf die Kuratie und wechselt in eine zivile Pfarreiengemeinschaft in der Nähe von Passau. Am Standort Hammelburg ersetzt ihn der 44-jährige Pfarrer Sebastian Herbert aus Erlabrunn.

Im Rahmen eines ökumenischen Waldweihnachts-Gottesdiensts am Denkmal "Franzosenkreuz" vollzogen die katholischen Geistlichen und ihr evangelischer Amtsbruder, Pfarrer Rüdiger Bernhardt, die offizielle Übergabe. Die musikalische Begleitung des feierlichen Akts übernahm ein Ensemble des Heeresmusikkorps Veitshöchheim.

Neue Erfahrung im Leben

Für Pfarrer Sebastian Herbert ist der Einsatz als Standortseelsorger eine völlig neue Erfahrung. Er praktizierte nach seiner Priesterweihe zunächst in der Pfarrgemeinschaft Dürrbachtal/Würzburg und wirkte anschließend achteinhalb Jahre als Kaplan und Pfarrvikar in Lohr/Main. Des weiteren war er in den Haßbergen und in Hofheim tätig.

Seinen Dienst als katholischer Standortpfarrer nahm er bereits zum Monatsbeginn auf. "Es ist für mich eine völlig neue Aufgabe für Soldaten und Soldatinnen seelsorgerisch-beratend zuständig zu sein in der einzigen, militärischen Pfarrstelle Deutschlands, die so intensiv angebunden ist wie die Christkönigs-Gemeinde", sagte er.

Welche Türen öffnen sich im Alltag?

"Es wird Weihnachten werden - trotz Corona", sagte Bernhardt und bat die Musiker um das adventliche Lieblingslied des Schöpfs: "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit". "Es passt zur traditionellen Waldweihnacht und in die aktuelle Zeit denn Lüften ist angesagt in den Räumen, Büros und Klassenzimmern", baute er eine Brücke vom Lied zur aktuellen Situation.

"Aber die Adventszeit ist auch eine geistige Vorbereitung auf das, was kommen mag. Welche Türe werde ich als Pflegekraft, Arzt, Soldat oder Soldatin, als Feuerwehrmann, Polizeibeamter oder Seelsorger öffnen wenn ich zur Arbeit gehe? Das macht ein bisschen bange", sagte der Geistliche an Schöpf gewandt. "Mit anderen Menschen Umgang zu haben sei besonders in der Adventszeit ein Lebensthema, das die Frage beinhaltet: Wie bereite ich mich auf die Ankunft Christi vor?" Mit seinem Dank an Schöpf wünschte der Geistliche allen Besuchern eine "gute Zeit des Wartens".

Zum Ausklang der Waldweihnacht, die die drei Geistlichen gemeinsam zelebrierten, wurde Schöpf die Entlassungs- und die Verabschiedungsurkunde durch Militärpfarrer Dr. Andreas Rudiger, den Leitenden Militärdekan Arthur Wagner und Militärdekan Alexander Prosche überreicht.