Polier Daniel Kirchner von der Firma "Burger Bau" ist zufrieden: "Bis jetzt haben wir keine Probleme oder Beschwerden", fasst er die Lage auf der größten Baustelle im Stadtgebiet zusammen: Für rund 3,4 Millionen Euro wird die Bahnhofstraße in drei Abschnitten erneuert. Bevor jedoch ganz oben das Pflaster verlegt werden kann, geht es erst tief in die Erde. "Zunächst erneuern wir jede Menge Ver- und Entsorgungsleitungen", berichtet Stadtbaumeister Detlef Mohr. Das fängt in mehr als vier Metern Tiefe an.

Ein tiefes Loch klafft am Anfang der Bahnhofstraße, Daniel Kirchner benötigt die gesamte Länge des Baggerarms, um die Erde von unten hoch zu holen und die Wände der Baugrube müssen abgestützt werden. Ganz unten sind der Haupt-Kanal und die Reste eines Hausanschlusses zu sehen. Der Haupt-Sammler sei erst Mitte der 1990er Jahren erneuert worden. "Den lassen wir drin", berichtet Peter Kreß von der Tiefbauverwaltung. Allerdings seien damals die Anschlüsse in die Keller nicht erneuert worden. Das werde jetzt überall dort, wo man gut hinkomme, nachgeholt. Alle anderen Leitungen würden über Kamerabefahrungen überprüft.

"Das Baufeld ist frei"

"Das hält sehr lange auf", kommentiert Mohr die Arbeiten in vier Metern Tiefe. Im Juni waren zudem nur zwei Arbeiter auf der Baustelle, seit vergangener Woche sind zwei weitere dazu gekommen. Die könnten nun zügig weitermachen, denn es gebe auch keinerlei Hindernisse im Untergrund: Weder größere Felsbrocken, noch Knochen oder Mauerreste. "Die Baumaßnahme wird von einem Archäologen begleitet", berichtet Mohr, und: "Wir haben nichts gefunden, das Baufeld ist frei."

Von der Tiefe soll es demnächst weiter nach oben gehen: Wenn alle Kanal-Anschlüsse fertig sind, wird die Wasserleitung in rund 1,50 Metern Tiefe erneuert, dann kommen Gas, Stromleitungen und Datennetze. "Wir verbessern das Glasfaser-Netz und ergänzen das Strom-Netz", berichtet Betriebsleiter Stephan Dausacker von den Hammelburger Stadtwerken. Außerdem seien eine Lade-Station für Elektroautos und jede Menge Leerrohre für künftige Einrichtungen vorgesehen. Das Ziel sei, dass die neue Oberfläche künftig möglichst lange unangetastet bleibt.

Deshalb warb die Stadt bei Anliegerversammlungen auch für Gas-Anschlüsse. Einige Anwohner hätten sich noch gemeldet, rund die Hälfte der Gebäude werde nun angeschlossen, berichtet Stadtbaumeister Detlef Mohr. "Das wäre auch noch kurzfristig möglich", stellt er zudem klar. Für diese und alle weiteren Anfragen rund um die Baustelle hat die Stadt extra eine Mailadresse eingerichtet: Unter bahnhofstrasse@hammelburg.de können Fragen an die Bauabteilung gestellt werden. Zudem hat die Firma ein Baubüro im ehemaligen Kupsch-Gebäude eingerichtet, dort sollen auch noch Banner mit weiteren Infos zur Baustelle aufgehängt werden.

Vom Marktplatz kommend wurde zunächst die linke Seite aufgegraben. "Eine Seite bleibt immer begehbar, und für die Erreichbarkeit aller Geschäfte ist gesorgt", betont Mohr. Am Marktplatz und vor dem Bürgerspital gebe es zudem Ladezonen für Lieferanten.

Der erste Abschnitt reicht vom Marktplatz bis zur Bürgerspitalkirche. Die zweite Strecke bis zur Einmündung der Dalbergstraße soll laut Mohr auf alle Fälle noch heuer begonnen werden, wird aber erst 2021 fertig. Der letzte Abschnitt bis zur Postamtskreuzung wird bis Ende 2021 dauern. Obwohl die Straße erst Mitte der 1990er Jahre erneuert worden war, seien die Gehwege in schlechtem Zustand gewesen. Die Umgestaltung sei auch Teil der Altstadt-Sanierung und soll die Innenstadt mit den Geschäften attraktiver machen. Dafür wird unter anderem komplett auf Bordsteine verzichtet, also der bisherige Hochbord entfernt.

Die künftige Oberfläche besteht aus gesägten Granit-Steinen. Nur das schmale Gässchen zwischen Bahnhofstraße und Langem Graben wird anders gestaltet: Dort verlege der Bauhof Beton-Pflaster, das im zweiten Bauabschnitt an der Bahnhofstraße ausgebaut wird. Für den Brunnen im Bereich Dalbergstraße soll es noch einen Gestaltungswettbewerb geben, ansonsten stehe die Planung.