Der Faschingszug von Westheim glich einem Bilderbuch. Der Ort zeigte sich von seiner schönsten Seite, als der Zug sich bei strahlendem Sonnenschein durch das Dorf bewegte. Waldemar Greß kommentierte die rund zwei Dutzend vorbeiziehenden Motivwagen und Fußgruppen.

"Das wollte ich auf keinen Fall versäumen", sagt Besucher Willi Schneider. Denn schließlich gibt es den Westheimer Gaudiwurm nur alle zwei Jahre. "Bei diesem schönen Wetter kann ich nicht zuhause bleiben", meint Sarah Kleinhenz. "Ich freue mich auf den Zug und die vielen Bekannten, die ich hier treffe", sagt Karl Müller und fügt an. "Bei solch einem Ereignis ist die gute Laune doch vorprogrammiert."

"Selbstverständlich dabei"

"Na klar sind wir dabei", bestätigten die "Kümmi-Damen". So etwas lassen sie sich nicht entgehen. Selbstbewusst präsentierten sie sich im afrikanischen Outfit und verbanden die Kontinente bis nach Westheim durch ihren Lieblingslikör. Nicht fehlen durfte die Ortsbeauftragte Gabi Ebert, die sich als Storch mit weiteren Vögeln zeigte. "Störche und Klimawandel" war auch das Thema des ansässigen Film- und Fotoclubs: Fliegen die Störche bei der Klimaerwärmung im Winter bald nicht mehr nach Afrika? "In Westheim sind die Störche los", verkündete eine Fußgruppe.

Achterbahn und Bücherwurm

Auf die Achterbahn nahmen die Sängerinnen "The Voices" (MGV Westheim) ihre Zuschauer mit. Mit erhobenen Händen ahmten sie die Fliehkraft nach. Ein bunter Bücherwurm kam aus dem Kindergarten St. Peter und Paul. Weitere Motivwagen hatten die Stromtrasse Südlink und den Ausbau des Hammelburger Viehmarkts zum Thema. Dabei waren auch der FC-Stammtisch, der 1. FC, die Westheimer Jugendfeuerwehr, der Warsteiner Club und der Leichtathletik-Nachwuchs des TV/ DJK. Musikalische Unterstützung leisteten Blaskapellen aus Aura und Fuchsstadt.

"Wir sind stolz auf die Tatsache, dass es in Westheim schon 1953 einen Faschingszug gab", verkündete Greß. Damals fuhren Anni I. und Egid I. als Prinzenpaar im Pferdewagen. Danach wurde es ein wenig ruhiger. Der Westheimer Fasching hatte Pause, bis der "Verein der lustigen Brüder" in den 70er Jahren aktiv wurde. Seit 1982 wird der Faschingszug vom Vereinsring organisiert.