Das Sammeln von Unterschriften - für oder gegen einen Zu- oder Umstand, ein Anliegen oder eine Forderung - hat im digitalen Zeitalter unter dem Label "Petition" Hochkonjunktur. Eine solche Eingabe kann auch eine handschriftlich verfasste Bitte im kleinen Rahmen sein, etwa ein Wunsch an eine Kommune wie dem Markt Elfershausen.

Sechs Kinder aus dem Ortsteil Machtilshausen standen vor der Tür des Erthal'schen Schlosses, um mit Bürgermeister Johannes Krumm eine Idee zu besprechen. In der Obhut von Katrin Ackerl, die die jungen Bittsteller ins Elfershausener Rathaus fuhr, brachte das Sextett seinen "wichtigen Antrag" für eine Seilbahn auf dem Kinderspielplatz am Machtilshausener Sportgelände mit.

Dafür sammelten die Mädchen und Jungen 33 Unterschriften von meist Gleichaltrigen und einigen Erwachsenen in ihrem Heimatort. "Lieber Herr Bürgermeister, lieber Gemeinderat, über eine Seilbahn auf unserem Spielplatz würden wir uns sehr freuen. Es ist unser Traum", war auf dem DIN-A4-Blatt in bunten Lettern zu lesen. Die Kinder waren führ ihr Anliegen von Haus zu Haus gegangen. Nun überreichte Annika das Blatt an den Amtsherrn.

Nur in den anderen Ortsteilen

Zur Ausstattung des Spielplatzes im Gemeindeteil Machtilshausen gehören aktuell lediglich eine Schaukel, ein Wippe, eine Eisenbahn und ein Tunnel. Die jungen Antragsteller möchten aber gerne mit einer Seilbahn-Gondel durch die Luft schweben. Doch dafür müssen sie lange Fahrradwege nach Engenthal oder Elfershausen in Kauf nehmen, wo sich solcheSeilbahnen befinden. Und nicht immer steht ein Elternteil mit einem großräumigen Fahrzeug zur Verfügung.

Bürgermeister Krumm bestätigte Annika, Kilian, Lorenz, Maria, Gregor und Johanna, dass dies "grundsätzlich eine gute Idee ist" - zumal sie von den jüngsten Bürgern im Markt ausgehe. Jedoch kann der Rathausobere in diesem Fall nicht alleine entscheiden. Denn mit dem Wunsch muss auch der Gemeinderat einverstanden sein, in dessen nächsten oder übernächsten Sitzung Krumm die "Petition" einbringen will.

Eine Seilbahn kostet schließlich Geld, wird in die jährliche, behördliche Spielplatzbegutachtung einbezogen und muss bei Bedarf fachgerecht repariert werden. Der Bauhof der Gemeinde prüft zudem im Wochen-Rhythmus die Spielplätze in allen Ortsteilen. "Die Machtilshausener wollen auch noch ein Freispiel-Volleyballfeld", erinnerte der Amtsinhaber.

Weg durch den Gemeinderat

Doch daran soll es nicht liegen. "Ich werde mich im Gemeinderat für euer Anliegen einsetzen", versprach Krumm. Unter dem Jubel der jungen Gäste setzte er das Amtssiegel auf die Unterschriftensammlung, die jetzt den offiziellen Weg durch den Gemeinderat nimmt - auf dass ein Kindertraum wahr werde.