Noch vor dem Lockdown im November erhielt die Gemeinde Fuchsstadt hohen Besuch. Staatsministerin und Beauftragte für Digitalisierung, Dorothee Bär, reiste auf Bewerbung von Bürgermeister René Gerner an, um im Rahmen der Nachhaltigkeit-Wochen einen Nadelbaum-Setzling zu überbringen, der seinen Platz auf einer Freifläche im "Pfützental" fand. Drei weitere Jungbäume, eine Hainbuche, eine Kirsche und ein Feldahorn, kamen hinzu, Baumarten, die künftig einen, dem Klima angepassten, Wald garantieren sollen.

Thema der Nachhaltigkeitswochen ist die Frage: "Wie gehen wir mit unseren Ressourcen um?" Sowohl Privatleute wie Unternehmen können sich an der Aktion beteiligen und ein Zeichen für weitsichtigen und rücksichtsvollen Umgang mit einer Ressource setzen.

"Gerne im Wald"

Die Staatsministerin kennt die Ressource Wald. "Ich bin mit meiner Familie gerne im Wald, wann immer es geht", versichert sie. Zudem ist Dorothee Bär Besitzerin eines Jagdscheins. Wald - wenn zum Schutz junger Pflanzen gezäunt - ist jedoch ein strittiges Thema zwischen Forstleuten, respektive Kommunen und Jägern, die beide Ansprüche erheben.

Hat der Forst oder das Jagdwild Vorrang? Nach Ansicht von Bär ist hier mit Augenmaß zu handeln und das Verständnis beider Seiten notwendig. Der Wildschaden ist teils beachtlich und besonders Jungpflanzen sind ohne Zäunung dem Rehwild schutzlos ausgeliefert. Jäger monieren durch Zäune zu große, nicht bejagbare Flächen in den gepachteten Revieren. Wünschenswert wäre ein vernünftiges Abkommen zwischen den Partnern.

Riech-Drohne gegen Borkenkäfer

Die mit der Digitalisierung betraute Ebelsbacherin kann sich auch den Einsatz moderne Technik im Wald vorstellen. Teils in der Schädlings-Bekämpfung auf Feldern in Form von Sensorik schon angewandt, könnte auch eine neu entwickelte "Riech-Drohne", speziell gegen Borkenkäfer, zum Einsatz kommen. In Fuchsstadt ist der Nadelholzanteil jedoch zu gering, so Förster Rainer Bräunig. Trockenheit, der Borkenkäfer und Sturmschäden im Wald werden sich heuer in der Gemeindekasse empfindlich niederschlagen, so die Bilanz des Waldbegangs am Tag zuvor. Zuviel Schadholz drückt auf die Preise, die bei einigen Baumarten um mehr als zwei Drittel fielen. Verjüngung und ein trockenresistenter Mischwald ist nach Dafürhalten von Bräunig die Lösung für die derzeitige Misere.

Fünf Abteilungen inspiziert

Die Teilnehmer inspizierten fünf Waldabteilungen. Am "Totenkopf" ist die Buchenverjüngung eine Chance. Die Setzlinge benötigen jedoch Raum und Sonnenlicht. Dazu müssen Altbestände entnommen werden. Auch die Eiche wurde in den letzten Jahren kaum nachgezogen, was "ein Fehler war", so der Revierförster. Denn Eichen-Mischwälder haben früher den Klimawandel gut überstanden. Vorbildlich ist dagegen ein gut 50-jähriger Mischwaldbestand, der auf einem Kahlschlag auf 4,2 Hektar entstand.

Bei den Windkraftanlagen mildern die Pacht die Ausfälle für den fehlenden Holzverkauf. Auch hier wies Bräunig auf Trockenschäden hin. Insbesondere das trockene Frühjahr bereitete große Probleme in den Einzäunungen, die bewässert werden mussten. Der Tannenbestand hat aber überlebt. Im Pfützental wurden Borkenkäferrodungen nötig, um den Schädling einigermaßen im Schach zu halten. Die "Löcher" will die Forstwirtschaft mit Eisbeerenpflanzungen auffüllen. Hier ist ebenso eine Eichennaturverjüngung vorgesehen.

Bunte Mischung im Birkenbusch

Der Fichtenbestand in der Abteilung "Birkenbusch" ist mit Buchen und Ahorn unterbaut. Zwei Ahornbäume am Rande der Fläche haben es geschafft, den Wald dicht zu begrünen. Eine bunte Baumartenmischung aus Berg- und Spitzahorn, Kirsche, Tanne und zugepflanzten Buchen entwickeln einen sattgrünen Wald. Zuvor schaffte der Forstbetrieb Licht, sodass die verschiedenen Baumarten nachwachsen können. Dies ist auch Ziel im Pfützental.