Das 65. Ehejubiläum - im Volksmund "Eiserne Hochzeit" genannt - feiern am 25. Februar Elisabeth und Walter Wolf. Beide Eheleute sind gebürtig in Trimberg, doch war es keine "Sandkastenliebe", die sie von Kindesbeinen an zusammenführte. Denn Walter Wolf wuchs mit seinen Eltern und Geschwistern in Machtilshausen auf. Gefunden haben sich beide auf dem Weg nach Bad Kissingen, wo Walter arbeitete und Elisabeth das Lehrinstitut "Englische Fräuleins" besuchte. Ziel für beide war die Kurstadt und der Öffentliche Nahverkehr fuhr seinerzeit noch auf Sparflammen, zumal Trimberg keine direkte Bahn-Anbindung hatte.

"Ich habe sie damals einfach auf meiner NSU Max mitgenommen", schmunzelt der Ehegatte, "im Damensitz mit Petticoat", fügt die Gattin amüsiert hinzu. Die "süße Last" schulterte Walter gerne. War sie doch ein Leichtgewicht gegen die Lasten, die der Motorrad- und Isetta-Fahrer sonst noch transportierte, beispielsweise fünf Säcke Zement im Beiwagen.

Seine Maurerlehre hatte der heute 86-Jährige bei der Baufirma Franz Bindrum abgelegt. Über mehrere Firmen gelangte er in das Kissinger Bauunternehmen Hippler, dem er 40 Jahre, bis zum Renten-Eintritt treu blieb.

Elisabeth musste ohne den Vater aufwachsen, der im Krieg vermisst war. Von der heimischen Volksschule wechselte sie im Rahmen eines Förderprogramms für ein Jahr in eine Lehranstalt in der Schweiz und beendete ihre Realschulzeit nach ihrer Rückkehr bei den Kissinger "Frolleins". Nach der Heirat,1956, kamen die Kinder Doris, Michael und Karin zur Welt. Jetzt brauchte man mehr Platz und Walter Wolf legte den Grundstein für das eigene Haus in der Trimberger Quellenstraße. Elisabeth unterstützte ab 1966 den Hausbau mit ihrer Arbeit, zunächst bei Landschaftsgärtnereien an der Rhön-Autobahn. Danach war sie 20 Jahre in einer Kissinger Wäschefabrik beschäftigt und wechselte nach deren Schließung und einer Umschulung als Hausdame ins Hotelfach. Nach der Pflege ihrer kranken Mutter übernahm sie ein weiteres Arbeitsfeld, die Postagentur in Euerdorf. Mit deren Schließung ging sie in den Ruhestand.

Langeweile kannte man ohnehin nicht im Hause Wolf und die gibt es auch nicht im Ruhestand. Die Pflege von Haus und Garten und das Holz machen sind immer präsent und für den Gatten gehören täglich drei Zeitungen zur Pflichtlektüre. Die Jubel-Braut pflegt die Frauengymnastik - so dies möglich ist. Beide Partner sind Mitglied im heimischen Feuerwehrverein.

Inzwischen freut sich das Ehepaar, das sich im Kloster Altstadt das Treueversprechen gab, auch über vier Enkelkinder und fünf Urenkel, die - wie vermutlich zahlreiche Ortsbewohner - zum Ehrentag gratulieren.