"Zu helfen wo an Hilfe Not - ist unserm Bund ein streng Gebot", steht auf der prächtigen Fahne der 1886 gegründeten Feuerwehr Elfershausen zu lesen. Diese Fahne ist im Jahr 1954 entstanden und damals das erste Mal geweiht worden. Nach einer gründlichen Restaurierung sieht sie jetzt wieder wie neu aus. Deshalb gab es am Sonntag im Schlosshof eine feierliche Fahnensegnung mit Gemeindereferentin Monika Hufnagel.

"Wir haben heute verschiedene Mitmach-Stationen für unsere Besucher", sagte Kommandant Dominik Roth. Das Interesse für den Ehrendienst bei der Feuerwehr sollte geweckt und potenzieller Nachwuchs schon im Kindesalter motiviert werden. Da durfte mit der Hydraulikschere auch mal am Schrottauto geknabbert oder mit Strahlrohren und Wasserspritzen die Gasflamme gelöscht werden.

Mit der Drehleiter nach oben

Im künstlich vernebelten Schloss konnten Atemschutz und Wärmebildkamera getestet werden. Auch das Technische Hilfswerk war präsent. Dort durften die Kinder zur Schaufel greifen, um die Sandsäcke für einen Hochwassereinsatz zu füllen. Und mittels der Hammelburger Drehleiter war der Blick von weit oben möglich.

Alle zwei Jahre gebe es den Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Elfershausen, bestätigte Roth. Das Besondere sei heuer der integrierte Mitmachtag und die Fahne. Berthold Neeb, der Vorsitzende des Feuerwehr-Vereins, betonte: "Hauptsächlich unsere Mädchen und Buben sollen für die Feuerwehr motiviert werden." Sowohl die Geräte als auch die Arbeitsbereiche würden aus nächster Nähe vorgestellt und könnten getestet werden. Neeb wies zudem auf die kulturelle Funktion des Feuerwehr-Vereins hin.

Die Fahne aus dem Jahr 1954 sei komplett restauriert worden, sagte Neeb. Nur die Applikationen wie zum Beispiel das Eichenlaub und die Beile seien noch in einem Zustand gewesen, dass sie übernommen werden konnten. "Alles andere, wie zum Beispiel der Fahnenstoff und die Schriften mussten erneuert werden", so Neeb weiter. Neu hinzu gekommen sei das ehemalige Gemeindewappen als Zeichen der Verbundenheit mit dem Markt Elfershausen.

So eine Generalrestaurierung sei nicht zum Schnäppchenpreis zu bekommen. Die genaue Kostensumme wollte Neeb nicht nennen, deutete aber einen mittleren vierstelligen Bereich an. Zwei Ehrendamen, die bei der Fahnenweihe 1954 zugegen waren, seien jetzt nach 65 Jahren eingeladen worden: Fahnenpatin Elisabeth Schäfer und Marga Brux. Weitaus jünger sind die weiteren Ehrendamen, Pia und Svenja Wehner, die jetzt zur Fahnensegnung bereitstanden.

In ihrer Andacht wies Gemeindereferentin Monika Hufnagel auf den Gemeinschaftssinn der Floriansjünger hin. Ganz im Sinn der Nächstenhilfe, wie es auf der Fahne zu lesen ist. Die Treue zu der Fahne und den Bräuchen sowie die Verantwortung zur Hilfeleistung seien ebenfalls von erheblicher Bedeutung. Diese Feuerwehrfahne sei der Aufruf zur ständigen Bereitschaft und Ehrfurcht.

Musikalisch begleitet wurde die Segnung mit der Gitarre von Bianca Ganz. "Es freut mich für euch, dass die Sanierung der Fahne so gut gelang", gratulierte Bürgermeister Karlheinz Kickuth dem Feuerwehr-Verein. Diese Feuerwehrfahne sei ein Jahr älter als er. "Unsere Feuerwehr soll weiterleben, dazu ist junger Nachwuchs die Zukunft", sagte Kickuth.