Den Neujahrsempfang der Reservisten-Kreisgruppe Rhön-Saale im Offiziersheim der Bundeswehr gab es zum ersten Mal, eine Premiere also. Dort trafen sich am Freitag Reservisten aus den Landkreisen Bad Kissingen, Main-Spessart und Rhön-Grabfeld. Die Blaskapelle "Rhöner Blechle" setzte den musikalischen Rahmen.
Im Fokus stand der sicherheitspolitische Vortrag von MdB Alexander Hoffman (CSU), der mit "Europa im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit" überschrieben war. Der Bundespolitiker mit Wurzeln aus Unterfranken (Retzbach) konnte sich noch genau an die Hammelburger Saaleck-Kaserne erinnern, wo er innerhalb des Jäger-Lehrbataillons seinen Wehrdienst leistete. "Bei der Bundeswehr habe ich gelernt, dass Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt wichtig sind", so Hoffmann.


Humanität wichtig

Dass 2016 kein gutes Jahr für Europa war, konnte Hoffmann anhand der Terrorakte festmachen. "Aber Angst und Schrecken sollen unseren freiheitlichen Umgang nicht einschneiden", sagte Hoffmann. Allerdings müsse er einräumen, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gebe, und dass Großveranstaltungen potentielle Angriffsflächen für Terrorangriffe seien. Hoffmann hinterfragte die Schlussfolgerung: "Freiheit nur ohne Sicherheit im Rechtsstaat". Oder gelte es umgekehrt?
Hoffmann sah das internationale Gefälle zwischen armen und reichen Staaten weltweit. Er stellte die gesellschaftspolitische Frage: "Wie viel Wehrfähigkeit brauchen wir?". Immerhin stehe die starke Friedensgemeinschaft Europas auf dem Spiel. "Der EU ist ihre Emanzipation längst gelungen", so Hoffmann.
Dem Islamischen Staat und den weltweiten Diktaturen setzte er humanitäres Engagement und Gesprächsbereitschaft entgegen. Er hoffte, dass die Vereinigten Staaten Amerika auch nach dem Präsidentenwechsel zu den kritikfähigen Freunden zu zählen seien.
"Diese Kreisgruppe ist der Ansprechpartner zwischen unseren Reservisten-Kameraden und der Bundeswehr", lud der Kreisgruppen-Vorsitzende Norbert Rückel, Hauptfeldwebel der Reserve, zum gemeinsamen Gespräch ein. Begeistert von dieser Neujahrs-Premiere war Kurt Berger, Oberfeldwebel der Reserve. Er ist der Vorsitzende Vorsitzende der Bezirksgruppe Unterfranken.
"Die Bundeswehr macht heutzutage erhebliche Veränderungen durch", stellte Landesvorsitzender Manfred Stange, Hauptfeldwebel der Reserve, fest. Gern weist er auf die Öffentlichkeits-Veranstaltung "Marsch der Verbundenheit" hin, der für den 9. bis 16. September mit Start in Aschaffenburg und Ziel in Hammelburg geplant ist. Jeder kann teilnehmen.
Der Kreisgruppe Rhön-Saale gehören 36 Reservisten-Kameradschaften an. Von den insgesamt 1472 Mitgliedern sind 61 Offiziere, 226 Feldwebel, 118 Unteroffiziere, 809 Mannschaften und 258 Förderer.
Die Organisation dieses Neujahrsempfangs lag in den Händen von Hauptfeldwebel Dirk Weber.