Die Formation der GSG 9 läuft noch etwas aus dem Ruder. Es fehlt an Körperspannung und der Gleichschritt ist nicht synchron. Außerdem gackern die Jungs zu viel, findet Eva-Maria Conrad. Mit ihren Anweisungen versucht sie, das zu korrigieren und der GSG 9 zu einem bühnenreifen Auftreten zu verhelfen.

Denn kommende Woche präsentiert die Theatergruppe des Frobenius-Gymnasiums ihr neues Stück. Das bedeutet zuvor fünf Tage lang Proben, jeweils drei Stunden am Nachmittag. Zu sehen ist ein Stück frei nach Friedrich Schillers Drama "Die Räuber".

Die Elftklässler haben das Werk gelesen, erklärt Conrad. Die jüngeren Schüler seien von dem Vorschlag allerdings weniger begeistert gewesen. So sind im Laufe der Ideenfindung für die Aufführung aus den Räubern die "Räubertöchter" geworden. "Wir lehnen uns nur an Schiller an und machen unsere eigene Räuberpistole", meint Conrad. Dass es nun "Räubertöchter" sind, ist auch dem Umstand geschuldet, dass es so viele Mädchen in der Theatergruppe gibt, sagt die Lehrerin.

Die Mädchen bilden zwei Clans, den der "Franziskas" und den der "Karlas" - quasi Nachkommen der beiden Brüder Franz und Karl aus dem Ursprungsdrama. Die "Franziskas" haben sich darauf verlegt, reiche Männer um den Finger zu wickeln, sie auszunehmen und wieder abzustoßen. In einem Hotel bereiten sie sich auf eine Gala vor, bei der sie es auf ihr nächstes Opfer abgesehen haben.

Doch die "Karlas" durchkreuzen den Plan, indem sie die Anführerin der "Franziskas" kidnappen. Sie wollen Lösegeld fordern. Das läuft allerdings ebenfalls nicht so ab, wie geplant. Denn nicht nur die heranstürmende GSG 9-Truppe bring alles durcheinander.

Also spielen die Schüler die Handlung immer wieder neu durch, in insgesamt drei verschiedenen Versionen. Die dritte Version fällt dabei wohl am meisten aus dem Rahmen. Sie ist in form eines Musicals gestaltet.
Die Schüler hatten die Idee, nachdem der Film "La La Land" bei der Oscarverleihung erfolgreich war, erklärt Conrad. Sie hätten das nicht verstanden - "ausgerechnet so eine Hollywood-Selbstbeweihräucherung". Die dritte Version ist daher besonders überzeichnet, um das allzu Gefühlige auf die Schippe zu nehmen.

In der Theatergruppe machen Schüler aus allen Jahrgängen mit. Es sind wie immer Neulinge und erfahrene Teilnehmer dabei. Die wechselnde Zusammensetzung ist für Conrad immer wieder eine Herausforderung beim Schreiben der Stücke. Sie muss jedem Schüler die Rolle anpassen, die er auch ausfüllen kann. Ihre lange Routine und die Probewoche helfen, die Truppe zu formen.

Aufführungen Das Stück Räubertöchter der Theatergruppe des Frobenius-Gymnasiums ist zweimal zu sehen: am Dienstag, 4. April, und Mittwoch, 5. April. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 19 Uhr und finden wie gewohnt in der Aula des Frobenius-Gymnasiums statt. Vor und hinter den Kulissen wirken 36 Schüler mit. Für Stück und Regie ist Eva-Maria Conrad verantwortlich.