Um Lösungen zum Thema Kläranlage wurde in den letzten Jahren viel gerungen. Im Gespräch waren dabei der Anschluss nach Bad Kissingen, nach Hammelburg oder auch die gemeinsame Kläranlage in Euerdorf. Aktuell stimmte der Marktgemeinderat Sulzthal nun über den Standort einer neuen Kläranlage ab. Als Grundlage für die künftige Abwasserbeseitigung entschied man sich für die Variante "getrennte Kläranlagen an den Standorten Euerdorf und Sulzthal".

Nach ersten Kostenschätzungen beläuft sich die neue Gemeinschaftskläranlage in Sulzthal auf 5,49 Millionen Euro und sei für 4500 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Es zeichne sich ab, dass die Einzelvarianten gegenüber einer "großen" Kläranlage in Euerdorf (6500 EW) mit den entsprechenden Verbindungsleitungen und Pumpwerken die volkswirtschaftlichere Lösung darstellt. Gabi Dehmer sah für diese Entscheidung keine Alternative.

Nach aktuellem Stand der Zweckvereinbarung sind folgende Prozentsätze zur Verteilung der Investitionskosten zu zahlen: Ramsthal 60,7 Prozent, Sulzthal 27, 2 und Euerdorf für den Ortsteil Wirmsthal 12,1 Prozent.

Ökologische Vorteile

Der Marktgemeinderat Sulzthal beschloss ferner die Zweckvereinbarung zur Interkommunalen Klärschlammverwertung des Gesetzes über die Kommunale Zusammenarbeit (KommZG) abzuschließen. Im Ergebnis der Machbarkeitsstudie wurden hierzu die technischen Möglichkeiten und die finanziellen Rahmenbedingungen für eine Kooperation im Bereich der Klärschlammbehandlung, -entwässerung und -entsorgung aufgezeigt.

Für alle Teilnehmer entstünden bei der Umsetzung des Projektes deutliche ökologische und wirtschaftliche Vorteile. Das angestrebte Kooperationsmodell sei in unserer Region innovativ und habe Vorbildcharakter für andere Kommunen mit analog schwierigen Problemstellungen.

Außerdem stimmte man dem Wartungsvertrag mit der Firma UMS Schöpf für die Durchflussmessstation an der Kläranlage zu. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 475 Euro/Jahr.

Der Rat sprach sich auch für die Erneuerung der defekten Wasserschieber aus. Dabei handelt es sich um sieben Schieber im Abschnitt II Am Lagberg und einen defekten Wasserschieber in der Weinbergstraße. Bürgermeister August Weingart informierte über die Wasserverluste im Abrechnungsjahr 2020/2021. Es wurden 40.763 m³ Wasser gefördert und 37.352 m³ Wasser verkauft. Dies stellt einen Verlust von 3.411 m³ (8,37 %) dar und zeigt in etwa das Ergebnis des Vorjahres (Verlust 3.669 m³, 8,81 %).

Kinderhaus ändert Stundenkategorien

Bisher war es im Kinderhaus GerneGroß möglich, dass für U3-Kinder eine Stundenkategorie ab ein bis zwei Stunden gebucht werden konnte. Diese Kategorie war in den vergangenen Jahren auch wegen einer Schulkindbetreuung vorgesehen. Regelkinder müssten grundsätzlich die Stundenkategorie vier bis fünf Stunden buchen, darunter erhalte man keine Fördergelder.

Aufgrund der geringen Kapazitäten an U3-Plätzen in den kommenden Jahren, ist sich die KiTa-Leitung und die Kita-Sachbearbeiterin einig, dass künftig die Stundenkategorien ein bis zwei Stunden und zwei bis drei Stunden bis auf Weiteres nicht mehr angeboten werden. Die wenigen U3-Plätze, die zur Verfügung stehen, sollten nicht für eine geringe Stundenbuchung vergeben werden.

Aufgrund der wenigen Krippenplätze, die im Kinderhaus GerneGroß zur Verfügung stehen, ist ab 1. Januar 2022 für U3-Kinder mindestens die Stundenkategorie drei bis vier Stunden/Tag zu buchen. Die Kindergartenbeiträge für die Stundenkategorien ändern sich nicht.

Bürgermeister Weingart sprach erneut die Parksituation in der Hauptstraße an. Er appellierte an die Anwohner, die Autos doch in die Höfe und Einfahrten zu stellen.

Vier Wochen Verzögerung gebe es beim Windpark. Beim Erstellen der Trassenplanung für den Transport der Rotorblätter habe es eine Panne gegeben. Eine Engstelle hätte den Transport zur Umkehr gezwungen. Als neuen Anlieferungstermin nannte Weingart den 18. November.

Als nicht förderlich stuften Gabi Dehmer und Andreas Sauerhöfer die Tatsache ein, in der Presse den Termin über die anstehende Bürgerversammlung erfahren zu haben. Klaus Keller zeigte sich verwundert, dass jetzt eine außerordentliche Bürgerversammlung zum Thema Freiflächen-Photovoltaikanlage stattfindet und die Zeit der niedrigen Inzidenzen nicht für die allgemeine Bürgerversammlung genutzt worden sei.

Der Marktgemeinderat Sulzthal stimmte den vorgestellten Änderungen in dem Entwurf der Zweckverbandssatzung für Frankens Saalestück zu und billigte die neue Fassung der Zweckverbandssatzung. Zustimmung gab es ferner auch für die Sanierungsplanung der Kernwege Hutzelofenweg und Höchstattweg. Die Verwaltung wurde beauftragt die entsprechenden Förderanträge beim Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken einzureichen.

Bauanträge

Die eingegangenen Bauanträge wurden einstimmig angenommen. Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Einliegerwohnung, Doppelgarage und PV-Anlage im Haigerweg, Dachgeschossumbau und energetische Sanierung eines bestehenden Wohnhauses im Schlangenweg und der An- und Einbau einer Frisierstube in der Euerdorfer Straße. Dem Neubau einer Unterstellhalle für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Geräte auf einer vorhandenen Bodenplatte in der Hauptstraße stimmte das Gremium ebenfalls zu. Aufgrund einer verweigerten Nachbarunterschrift müsse die Rechtsaufsicht im Landratsamt hier prüfen.