Der Anbau, die Verarbeitung und Informationen über die Verwendung von heimischen Hülsenfrüchten standen auf der Agenda einer Veranstaltung des Bund Naturschutz im Rahmen des Umweltbildungsprojektes "Das interessiert mich echt die Bohne".

Nachdem viele Veranstaltungen im vergangenen und auch diesem Jahr coronabedingt ausfallen mussten, konnte Elisabeth Assmann von der BN Kreisgruppe Bad Kissingen rund 50 Teilnehmer zu der Veranstaltung begrüßen.

Die Teilnehmer waren Mitglieder, Landwirte und interessierte Bürger aus den Landkreisen Bad Kissingen und Schweinfurt. Der Naturland-Fachberater Werner Vogt-Kaute informierte zusammen mit Jürgen Herrle von Naturlandbetrieb Zehntfreyhof Neder über den biologischen Anbau von Leguminosen (Hülsenfrüchlerrn).

Naturland versucht deutsche Produkte aus diesem Biobereich bekannt zu machen. Ein großer Teil dieser Früchte wird bislang aus dem Ausland importiert, was dem Umweltgedanken widerspricht. Die in den Naturlandbetrieben hergestellten Leguminosen finden auch Absatz in verschiedenen Hofläden in der Region. Da heute deutlich weniger Hülsenfrüchte auf dem Speiseplan stehen als früher, hat der Bund besondere Kochkurse angeboten, die den Teilnehmern die Verwendung dieser gesunden Ernährung wieder nahebringt. Die zunehmende Zahl an Vegetariern und Veganern bildet zudem einen wachsenden Markt.

Jürgen Herrle vom Zehntfreyhof stellte den Hof vor, der in den 70ern aus Ramsthal ausgesiedelt ist und jetzt rund 120 Hektar als Naturlandbetrieb bewirtschaftet. Der Schwerpunkt ist der Saatgutanbau und dessen technische Aufbereitung für die der Gruppe angeschlossenen Landwirte. Zu den erzeugten oder verarbeiteten Leguminosen zählen Speisesoja, Lupinen (blau und weiß), Tellerlinsen, Erbsen und Ackerbohnen. Die Saatguterzeugung erfolgt mit hohem technischen Aufwand. Mittels Phototechnik wird eine Sortierung der gedroschenen Körner vorgenommen, um Fremdkörper oder minderwertiges Saatgut auszusondern. Herrle erklärt, dass sein Hof Leguminosen auch anbaut, weil diese mittels Knöllchenbakterien Luftstickstoff in der Pflanze sammeln, der dann in den Boden eingebracht wird. Früher waren die Früchte häufig Tiernahrung, heute finden sie sich zunehmend in der menschlichen Ernährung. Tofu oder Sojamilch sind bekanntere Erzeugnisse mit hohem Eiweißgehalt. Die angebaute Lupinenart gehört zwar zur gleichen Gruppe wie die in der Rhön wenig beliebte Pflanze, hat aber im Gegensatz zu dieser einen bedeutenden Ernährungswert.

Bei einem anschließenden Gang zu zwei Feldern erläuterten Herrle und Vogt-Kaute die Bedingungen für den Anbau von Lupinen und Soja und zeigten anhand der Pflanzen deren Entwicklung. Die Teilnehmer hatten Gelegenheit sich an der Pflanze ein Bild von deren Entwicklung zu machen.