Auf der jüngsten Gemeinderatssitzung in Wartmannsroth beschäftigten sich die Räte auch mit der Anschaffung einer dezentralen Lüftungsanlage oder eines mobilen Luftreinigungsgerätes für den Kindergarten Wartmannsroth. Diese sollen laut dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Virenmengen in der Luft sowie zur Aufrechterhaltung einer gesunden Raumluft leisten. Mobile Luftreinigungsgeräte müssen mit Filtertechnologie, UV-C-Technologie, Ionisations- und Plasmatechnologie oder Kombinationen aus diesen Technologien arbeiten.

Wie Bürgermeister Florian Atzmüller sagte, habe er bereits Kontakt mit der Firma Büro Höchemer in Bad Bocklet aufgenommen und sich vor Ort ein genaueres Bild über mobile Lüftungsgeräte gemacht. Nach Berechnung der Gruppenraumgröße von 50 Quadratmetern würden drei solcher Geräte benötigt. Sie haben in etwa die Größe eines Kühlschranks und sind auch nicht leise, was zu dem täglichen Lärmpegel in der Einrichtung erschwerend hinzukomme. Der Bund fördert die Anschaffung mit 80 Prozent und der Freistaat mit 50 Prozent Bezuschussung. Der Förderhöchstbetrag pro Raum beträgt 1750 Euro.

Er erwähnte auch, dass bereits in der Grundschule eine dezentrale Lüftungsanlage im Zuge der vergangenen Sanierung verbaut wurde. Ebenso klärte er auf, wie die Vorführung beim genannten Händler verlief. Bürgermeister Atzmüller erwähnte, dass die Beschaffung der Geräte noch bis 30. Juni 2022 gefördert wird. Anträge können bis 31. Dezember 2021 gestellt werden.

Florian Atzmüller erläuterte ferner, dass er Gespräche vor Ort mit den beiden Kindergartenleitungen führte und ebenso einen Ingenieur zu Rate gezogen hatte. Da bei der letzten Sanierung in der Grundschule Dittlofsroda bereits eine dezentrale Lüftungsanlage eingebaut wurde, wäre die Beschaffung solcher Luftreinigungsanlagen oder den mobilen Luftfiltergeräten aktuell nur im Kindergarten Wartmannsroth interessant. Dort allerdings gab die Kindergartenleitung zu verstehen, dass das aktuelle Lüften mit einem Raumhygienekonzept ausreiche. Für die geplante Erweiterung des Kindergartens Schwärzelbach hingegen könnte ein solches Gerät interessant sein.

Christina Dollinger hinterfragte: "Ist denn bekannt, ob diese Anlagen einen möglichen Schutz vor Corona bieten, oder wäre kontrolliertes Lüften wie bisher nicht sinnvoller?" Ein anderer Gemeinderat dazu: "Das Thema ist doch überzogen. Lieber lüften, frische Luft ist das Beste. Allerdings kann ich das als Laie nicht beurteilen. Man sollte deshalb überprüfen, inwiefern diese Anlagen sinnvoll sind." Ein weiteres Mitglied meldete sich zu Wort: "Ein mobiles Luftreinigungsgerät ist schon allein wegen des Lärms nicht vorteilhaft." Doch auch er meinte, dass die Anschaffung einer dezentralen Anlage im Sanierungsprogramm des Kindergartens Schwärzelbach überdacht werden sollte.

Nachdem im Gremium das Für und Wider grundlegend besprochen wurde, einigte man sich darauf, detaillierte Informationen hinsichtlich der genauen Reduzierung von Corona-Viren, Bakterien oder anderen Schadstoffen an ausgewählten Institutionen einzuholen. Auch sollen die Zahlen, Daten und Fakten abgefragt werden, um das Thema zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu besprechen.

Schäden durch Unwetter

Ein nächster wichtiger Punkt der Tagesordnung war das Thema "Flutkatastrophe" in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern und Bürgermeister Atzmüller fand die Überleitung zum Antrag der Jagdgenossenschaft Windheim. Bereits in der Vergangenheit sowie auch in diesem Sommer, kam es aufgrund eines Unwetters und Starkregen auch in der Gemarkung zu massiven Schäden. Zur Beseitigung von Überschwemmungsschäden und anderen Wegebaumaßnahmen beantragt die Jagdgenossenschaft Windheim eine Bezuschussung. Bürgermeister Atzmüller bedauert, dass am Sitzungstag nicht alle Gemeinderäte anwesend waren und hofft auf eine Lösung. Nach einigen Erklärungen und Austausch wichtiger Informationen, kam das Gremium zum Schluss zur Entscheidung, dass nur im besonderen Einzelfall und in drei Abschnitten des Maßnahmenkataloges eine Beteiligung der Gemeinde bei 25 bis 50 Prozent liege.

Sitzungsgeld für Flutopfer

Abschließend wurde noch einmal auf die aktuelle Lage in den Flutkatastrophengebieten eingegangen. 2. Bürgermeister Markus Koberstein berichtete bereits seinen Kollegen von den verheerenden Folgen des Hochwassers in der Nähe von Ahrweiler. Im Vorfeld gab es bereits ein Telefonat zwischen Atzmüller und Koberstein und sie überlegten, wie den Menschen vor Ort weiter geholfen und sie unterstützt werden könnten. Die Entscheidung fiel sehr schnell, nachdem man alle anderen Gemeinderäte über einen Vorschlag in Kenntnis gesetzt hatte. Alle Gemeinderäte spenden ihr Sitzungsgeld, und Bürgermeister Koberstein wird diese Spende weiterleiten, um einen kleinen Teil dazu beizutragen, die Strukturen für einen langfristigen Wiederaufbau von zerstörten Gebäuden und Einrichtungen zu schaffen.