In der ersten Sitzung nach der Sommerpause stand die Behandlung der eingegangenen Stellungnahmen zum Bebauungsplan "Sondergebiet Bohnleite" in Machtilshausen auf der Tagesordnung, die Michael Öchsner vom Büro Auktor auflegte. Inhalt des schon früher kontrovers diskutierten Themas ist der Lagerplatz für ein örtliches Bauunternehmen in Machtilshausen.

Von Seiten der Regierung von Unterfranken und der Behörden gab es lediglich Hinweise oder das Einverständnis für die Baumaßnahme, die der Gemeinderat einmütig oder mehrheitlich zur Kenntnis nahm. Jedoch meldeten sich auch Ortsbürger mit schriftlichen Einwänden. Der Vororttermin, zu dem der Bürgermeister Johannes Krumm am 23. März die Bürger eingeladen hatte, hinterließ allerdings den Eindruck, dass das Gros der Ortsbürger das Vorhaben billigt. Das Ratsgremium stimmte daher für den Bebauungsplan.

Im Vorfeld wurden die fünf privaten Eingaben und die Unterschriftenliste, die teils bereits in der Auslegung des Flächennutzungsplanes eingegangen sind, behandelt. Die Gründe: Lärmbelästigung, Lastverkehr, der die Erholungsfunktion und die Idylle zerstört, der Kinderspielplatz in der Nähe des Lagergeländes, das (nicht-) angrenzende Naturschutzgebiet, etc. Sogar ein Bürgerentscheid wurde gefordert.

Die Machtilshausener Gemeinderäte hatten zwar keine Einwände gegen die vom Bauunternehmer benötigte Fläche, doch wären "auch andere Lösungen möglich gewesen", befand Ursula Mützel. Elmar Zier hätte gerne eine langfristige Verpachtung des Grundstückes gesehen. Doch "jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen, Machtilshausen nimmt eine schlechte bauliche Entwicklung", beklagte Alfons Hausmann. Bürgermeister Johannes Krumm erinnerte: "Wir sind Vertragspartner und können uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr von dem Vorhaben abwenden." Die vorgebrachten, privaten Stellungnahmen entkräftete der Rat. Der Bebauungsplan wurde gegen drei Stimmen als Satzung beschlossen.

Beratung über Defi

Schon vor Jahresfrist war die Beschaffung von Defibrillatoren ein Thema, das vertagt wurde. Feuerwehr-Kommandant Dominik Roth meldete sich dazu schriftlich mit Informationen und der Empfehlung, einen dieser Schockgeber zu beschaffen und diesen am Gerätehaus zu platzieren. Volker Partsch will ebenfalls ein Exemplar am Langendorfer Feuerwehrhaus und einen in Elfershausen. Jürgen Englert riet zunächst zu einer Beratung durch einen Fachmann des Zentrums für Telemedizin in Bad Kissingen. Er wies auf den "Hotspot" Trimburg hin. Darauf brachte Partsch den Antrag ein, für jeden Ortsteil einen Defibrillator zur Verfügung zu stellen und an den Feuerwehrhäusern anzubringen. Für die Beschaffung von sechs Geräten nebst Fachberatung sprach sich auch der Rat mit allen Stimmen aus. Der SV Machtilshausen möchte ein Beach-Volleyballfeld und stellte einen Zuschuss-Antrag an die Gemeinde. In die Summe von 3000 Euro brachte der Verein bereits Eigenleistungen und 850 Euro an Spenden und Materialkosten ein. Der Sportverein bat um eine Unterstützung von 2000 Euro. Die im Volleyballsport engagierte Angelika Kohlhepp wies auf eine ausreichende Dimensionierung des Platzes, vor allem aber auf die zu geringe Sandmenge hin, die Verletzungen bedingen könnte. In der Debatte um die Zuschuss-Höhe griff Vize-Bürgermeisterin Christine Neeb-Wittman ein, die sich für die erbetene Summe stark machte. Auch Bürgermeister Krumm befand, "der SV ist ein verdienter Verein". Gegen drei Stimmen votierten die Räte für den Antrag. Tobias Warter und Elmar Zier wollen sich zudem für eine Förderung des Landkreises engagieren.

Einmütig oder mehrheitlich fielen die Entscheidungen für die Bauanträge aus. Dies sind: der Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage in der Adalfriedstraße, die Errichtung eines Wohnhauses in der Florianstraße, eine Bauanfrage für einen Carport in der Gartenstraße und der Bau eines Gartengerätehauses in der Julius-Echter-Straße (alle Elfershausen). Zurückgestellt wurde der Neubau eines Wohnhauses in Langendorf. Hier will die Gemeinde noch einmal mit dem Bauwerber reden. Für den Kindergartenneubau legte Architekt Thomas Ruser den vorläufigen Planungs- und Bauablauf vor, den die Räte genehmigten. Der Einzug ist demnach für Februar 2022 vorgesehen. Der Angelsportverein darf das Gemeindewappen nicht in seinem Briefkopf verwenden. Ein entsprechender Antrag wurde zurückgewiesen. Für die verwaiste Bäckerei Roth sind noch zwei Interessenten mit der Besitzerin in Verhandlung, informierte der Bürgermeister.