Nicht nur im Bund, sondern auch in der bayerischen Provinz werden die Grünen immer stärker: Im neuen Bad Kissinger Kreistag stellen sie mit neun Räten die zweitgrößte Fraktion, bereits 2014 wurde Monika Horcher zur ersten grünen Stellvertreterin des Landrats gewählt. Seit Jahren mehren sich die Stimmen in der CSU für Schwarz-grün, Stadt- und Kreisrat Patrick Bindrum hatte das in einem Interview bereits vor der Kommunalwahl sogar als "logische Konsequenz" bezeichnet.

Für politische Beobachter war es also keine allzu große Überraschung, dass zwei grüne Kreisräte mit den Stimmen der CSU zu Stellvertretern des Hammelburger CSU-Bürgermeisters Armin Warmuth gewählt wurden: Mit den eigenen acht Stadträten plus Bürgermeister hat die CSU-Fraktion keine Chance, selbst einen der Stellvertreter in einem 25-köpfigen Stadtrat mit neun Gruppierungen zu stellen. Also mussten neue Allianzen her.

Die Entscheidung stellt auch einen Generationenwechsel dar: Der 75-jährige Reimar Glückler vom CBB war jeweils zwei Perioden lang 3. und 2. Bürgermeister. Mit ihm ins Rennen zu gehen, war angesichts eines Stadtrates mit einem Durchschnittsalter unter 50 ein Risiko. Erfahrung ist wichtig, aber die bringen auch Assmann und Fenn trotz ihres Alters von 53 und 46 Jahren mit. Der CBB, der einst sogar Bürgermeister stellte und bei der Kommunalwahl einen Platz dazu gewann, ist deshalb jetzt der große Verlierer.

Heikel bleibt, dass ein Stadtteil überrepräsentiert ist: Bürgermeister Warmuth und seine Stellvertreterin stammen beide aus Diebach, die Kernstadt stellt also nur den 3. Bürgermeister. Das könnte am Selbstverständnis der Hammelburger kratzen.

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