Seit drei Jahren ist das Berufe-Café des Frobenius-Gymnasiums von Erfolg gekrönt. Am Freitag trafen die Schüler der elften Klassen in der Aula wieder auf wohlwollende Referenten, die gerne über ihre berufliche Alltagspraxis und die Perspektiven Auskunft gaben. Freilich durften Kaffee und Kuchen dabei nicht fehlen.
Auch heuer war das Spektrum der Berufe breit gestreut. Es reichte von der Ausbildung im Bereich Banken, Marketing und Wirtschaftsinformatik über die Bereiche Labor-Analytik, Apotheke, Physiotherapie, Lehramt und Neurologie bis hin zur Kindergarten-Geschäftsleitung. Auch berufliche Möglichkeiten im Regional-Management des Landkreises, im Finanzamt und Kirchenbereich, wurden vorgestellt.
Heuer werden mehr Berufe als in den Vorjahren vorgestellt", verriet Claudia Albrecht-Schübel, die zusammen mit Sonja Bulla und Manuel Potschka als Studienorientierungs-Team dieses Treffen im Berufs-Café leitete. Sie dankte dem stellvertretenden Schulleiter, Studiendirektor Marco Korn, für die Unterstützung bei der Sponsorensuche zur Kaffee- und Kuchenverpflegung. Gebührenden Dank erhielten vor allem die berufstätigen Referenten, die ihren Freitagnachmittag für diese Aktion opferten.
Umlagert war der Tisch von Dr. Markus Full, Anästhesist und leitender Notarzt des Landkreises Bad Kissingen. "Kann man so ein Medizinstudium schaffen?", wurde der geborene Fuchsstädter öfters gefragt. Dass dies durchaus möglich ist, das beweist Fulls beruflicher Werdegang. Nach seinem Abitur 1989 am Fobenius-Gymnasium studierte er in Würzburg 1991 bis 1997 Medizin, bildete sich im Forschungsbereich weiter, ist seit 2003 Facharzt für Anästhesie, erlangte die Zusatzbezeichnungen: 2004 "Notfallmedizin", 2008 "spezielle Schmerztherapie" und 2011 "Palliativmedizin". Erstaunt war Full darüber, dass kein Schüler sich dafür interessierte, wie viel Geld man in seinem Arztberuf verdiene. "Die Zulassungs-Voraussetzung für das Medizinstudium stand im Mittelpunkt der Fragen", so Full. Auch nach interessanten Berufserlebnissen sei er gefragt worden.


Viele Interessen

Im Vorfeld hatten sich die Schüler für die sie interessierenden Branchen entschieden. Dass sie nicht alle Berufstätigen befragen konnten, ist der begrenzten Zeit geschuldet. So gab es alle Viertelstunden auf ein Gongzeichen hin den fliegenden Wechsel an den Beratungstischen.
Das Berufsbild des Psychiaters schwebt dem Schüler Jan-Malte Korff vor. "Mich interessiert die Psyche des Menschen", sagt er. In diesem Rahmen strebe er auch das Medizinstudium an. Als Vorbild habe er eine Tante, die diesen Beruf ausübe.
Schülerin Katharina Klubertanz hat andere berufliche Vorstellungen. "Ich will Event-Managerin werden und Projekte organisieren", verrät sie. Durch die Schüler-Mitverwaltung sei sie auf diese Tätigkeit gekommen.
Schülerin Marie Kaiser will Journalistin werden. "Deutsch ist mein Lieblingsfach, und ich finde die Kommunikations-Wissenschaft spannend", sagt sie. Sie hoffe auf einen sehr abwechslungsreichen Berufsalltag. Die Beratungen seien recht erfolgreich gewesen, bestätigt Korff. "Es ist auch wichtig zu erkennen, welchen Beruf man auf gar keinen Fall ausüben will", sagt Katharina Klubertanz.


Polizeiberuf vorgestellt

Bei Polizei-Hauptmeister Jörg Hüttermann, Einstellungsberater der Bayerischen Polizei aus Bad Kissingen, konnten die Interessenten sich über die beruflichen Stationen und die Ausbildung schlau machen. "Sportlich dynamische junge Menschen werden für den Einsatz gesucht", erklärte Hüttermann. Umsichtig werde der Nachwuchsbedarf im Freistaat geordert.
Die Nähe zur beruflichen Praxis hat offensichtlich noch weitere Projekte im Frobenius-Gymnasium ausgelöst. So denkt man zum Beispiel an eine Praktikumswoche nach Vorbild der Hammelburger Mittelschule. "Am Gymnasium ist so etwas bisher nicht vorgesehen", bestätigt Albrecht-Schübel. Der dadurch ausfallende Unterricht werde an freien Nachmittagen vorgezogen. Die Schüler seien engagiert und tragen dies mit.
Die Tendenz nach dem Abitur gehe in Richtung Orientierung, ehe ein Studium oder Ausbildungsberuf aufgenommen wird, so zum Beispiel mit einem freiwilligen sozialen Jahr, erläutert Albrecht-Schübel.