Die Stadt Hammelburg beging den Volkstrauertag mit einer öffentlichen Gedenkfeier, allerdings wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Sicherheitsbestimmungen heuer in bewusst kleinem Kreis. Am Mahnmal hinter der Stadtpfarrkirche St. Johannes erinnerten die Stadt, vereint mit der Bundeswehr und dem VdK, an die Verstorbenen ob gefallen, ermordet oder verunglückt. Die Idee des Volkstrauertags hat eine lange Geschichte.

Bereits 1919 zum Gedenken an die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs vorgeschlagen, wurde dieser Sonntag 1952 gesetzlicher Feiertag, der an die Toten zweier Kriege und an die Opfer von Gewaltherrschaft erinnern soll. "Mit der Teilnahme an der Veranstaltung machen wir deutlich, dass wir nicht vergessen und vieler, unschuldiger Toten gedenken, wir die Lehren aus der Vergangenheit ziehen und ein Zeichen für Menschlichkeit und Frieden setzen wollen", so Bürgermeister Armin Warmuth in seiner Mahn-Rede.

"Wir sollten um alle Menschen trauern, die gestorben sind", fuhr er fort. "Um Menschen, die ihre Eltern nie mehr sehen, um Väter und Mütter, die ihre Kinder nie mehr sehen und um Eheleute, die sich auf dieser Welt nie mehr treffen. Um Menschen, deren Leben gerade erst angefangen und die den Krieg nicht wollten, Männer, die gefallen sind und solche, die den Strapazen einer Flucht nicht gewachsen waren - gleichgültig in welcher Region dieser Erde und welcher Religion, Hautfarbe oder Nationalität".

"Doch wir sollten nicht nur in Trauer verharren sondern darüber nachdenken und lernen. Der Toten zu gedenken bedeutet auch: Wir haben euch nicht vergessen".

Vergangenes nie wieder zulassen

Daraus entstehe die Pflicht, alles dafür zu tun, schlimmes Vergangenes zu verhindern und den Mut aufzubringen, es nie wieder zuzulassen, so der Bürgermeister mit seinem Appell, einen Beitrag zu leisten - und sei es ein kleiner - zu einer friedvollen, besseren Welt, Frieden zu schaffen und zu erhalten, Verfolgten eine Heimat bieten und nicht wegschauen wenn Unrecht geschieht".

Jeder kann Beitrag leisten

"Aus Trauer und Wut können Hoffnung und Mut erwachsen", zitierte Warmuth anhand des bekannten Kinderliedes: "Wenn viele kleinen Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, dann können sie das Gesicht der Welt verändern". "Leisten wir dazu alle unseren Beitrag hier in Hammelburg - untereinander, miteinander und in unserem Denken und Handeln", ergänzte Bürgermeister Warmuth. Anschließend erinnerte er an den 65. Gründungstag der Bundeswehr. "Damals, 1955, hat wohl niemand gedacht, dass deutsche Soldaten je wieder Auslandseinsätze leisten. Denken wir auch an diese Menschen, die bereit sind, für unsere Sicherheit und den Frieden in der Welt ihr Leben einzusetzen".

Auch der Kommandeur des Ausbildungszentrums Infanterie in der Saalestadt, Brigadegeneral Michael Matz, bat um ein Gedenken der Opfer von Gewalt und Krieg - ob Soldaten, Flüchtlinge, Verfolgte, Widerständler oder Opfer von Terroranschlägen in der Heimat oder in anderen Ländern. Die Stadtpfarrer beider Konfessionen, Thomas Eschenbacher und Robert Augustin, beteten ein gemeinsames "Vater unser" und spendeten Hoffnung mit den Worten: "Wenn Christus Reich kommt dann ist Frieden".

Kränze niedergelegt

Armin Warmuth, General Matz und der VdK-Ortsvorsitzende, Georg Väth legten Kränze am Mahnmal nieder. Eine Bläsergruppe der Stadtkapelle begleitete musikalisch die öffentliche Feier. Sie spielte das Lied vom "Guten Kameraden" sowie abschließend die Nationalhymne.