Ein von Konfetti-Kanone und frenetischen Beifall begleiteter Gemeinschaftstanz eröffnete die Jubiläumssitzung. Die Sitzungspräsidenten Sebastian Kleinhenz und Sebastian Kröckel sowie das junge Prinzenpaar Sophia I. und Joshua I. begrüßten die gut gelaunten Gäste.

Angetrieben von den überaus spielfreudigen Eussenheimer Musikanten enterte die Purzel-Garde als erste mit einer putzigen Einlage die Tanzbühne. Auch die "Blauen Funken" zeigten mit ihrem Gardetanz ein bezauberndes Potpourri, ein Beleg, dass es der HA-KA-GE nicht an Nachwuchs mangelt. "Das bisschen Haushalt" erledigt Olga auf ihre Weise. Allerdings nicht nach Geschmack der Dame des Hauses, die ihr den Laufpass gab. Finja Hartung, Emily Bürgel und Martin Schubert spielten den selbst geschriebenen Sketch, dem die Blauen Funken noch ihren Showtanz hinzufügten, eine Hymne in Tüll der sechs- bis Zwölfjährigen.

Als Hammelburger Tratsch in Reinform entpuppte sich die Darbietung "Neulich beim Walz". Vorsitzende Julia Keidel, Sebastian Kleinhenz, Eva Schiffner und Frank Otter wetzten hier die Narrenmesser zum Beispiel über den noch genesenden Stadtpfarrer Thomas Eschenbacher, den Otter im Rollstuhl verkörperte. "Herr Pfarrer, es ist doch wahr, dass die Madonna auf der Saalebrücke schwanger ist - herzlichen Glückwunsch." Das Spiel um die meiste Namensnennung - Bürgermeister Armin Warmuth hatte für den Gewinn gegen seine Kontrahenten Norbert Schaub eine Runde versprochen - endete in einem Patt. So kommen die Närrischen an zwei Runden.

An Lubber und Babbo, erinnert man sich aus früheren Sitzungen. Die Steigerwäldler sind bereits im Jahr 2031 angelangt, in dem Markus Söder SPD-Kanzler ist. Die Präsidenten-Garde der Ha-Ka-Ge legte mit einem schmissigen Gardetanz nach.

Eine Klasse für sich ist das Tanzpaar Nina und Joshua aus Ebenhausen. Für ihre ästhetische ernteten sie stürmischen Applaus. Das heimische Tanzpaar, Maren Otter Und Lucia Pfülb setzte eine synchron getanzte Vorstellung hinzu.

Lotti aus Hundsbach kennen Faschings-Fans aus dem Fernsehen und den FVF-Jugendsitzungen. Die kesse Teenie versteht es strohtrockenem Humor und gerüttelten Selbstbewusstsein die eigene Familie aufs Korn zu nehmen, bestehend aus Mutter, Vater, Bruder, Hund, Katz und Maus, die Ihr Essen im Kühlschrank beschriftet um bei den Mahlzeiten nicht durcheinander zu kommen.

Im "mystischen Rhönwald" hausen Elfern. Die Brückenauer Showtanz-Garde deckte in einem opulenten Tanz das Geplänkel zwischen Gut und Böse auf. Dazu passte der Showtanz der Präsidenten-Garde, die als Wahrsagerinnen in einer charmanten Präsentation versprachen "We see the future".

Hermann und Mathilde ließen auch heuer keine Faschingsbühne aus. Klaus Bollwein und Birgit Schreiber waren mit Ihrem Arztbesuch auch im Wartezimmer Saaletalhalle willkommen, wo die Comedians ihre Probleme wort- und gestenreich vermittelten. Hermann will schön und schlank werden und geht jetzt Joggen. Diagnose: Midlife-Crisis.

Der leichtfüßige und begeisternde Gardetanz der Hammelburger Schloss-Garde, zeigte wie man schön und schlank bleibt.

Ein aufwendig-dramatischer Auftritt gelang den "Ture-Dancers" aus Zellingen. Vor zwei Jahren Deutscher Meister im Männerballett und mit aufwendiger Kulisse von Notre Dame ausgestattet, tanzten sie das Drama um Quasimodo und Esmeralda, eine schaurig-brillante Show um Liebe und Tod. Eingeschliffen bis ins Detail kam die Musik mit "Sexy Lady" und James Brown allerdings aus einer anderen Epoche.

Mark Scheller alias Hausmeister Hans frotzelte als dritter Bürgermeisterkandidat der Partei "Narren für Hammelburg" über die Bühne. Offensichtlich ist er aus Untererthal nach Hammelburg gelaufen, denn seine Schuhsohlen glühten schon. Die Untererthaler Karnevals-Gesellschaft (UKG) schickte mit ihrer Showtanz-Garde noch ein weiteres Gastgeschenk. Die mit Leidenschaft getanzte Love-Story um Romeo und Julia trug dem aktuellen Trend zur Dramatik voll und ganz Rechnung.

Mittelfranke Christoph Maul erklärte den Unterschied zu den Unterfranken. Den Abschluss bildete der heroische Tanz der Ha-Ka-Ge-Amazonen. Die kriegerischen Damen stellten sich mit Erfolg dem Dämon entgegen, der sich die Welt untertan machen will. Eine beeindruckende Präsentation, mit Herzblut dargestellt.

Repräsentanten des Fastnachts-Verbands Franken beglückwünschten zum Geburtstag und verliehen den Verbandsorden an Michaela Faltus und Jessika Kowolik sowie die silberne FVF-Ehrennadel an Marina Erb.