Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat die Gemeinde auf dem Prüfstand einer Bewertungskommission des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" gestanden. Nach dem gefeierten Erfolg auf Bezirksebene war es diesmal die 14-köpfige Landesjury, die eine zweistündige Ortsbegehung vornahm, um Fuchsstadt im Vergleich mit 15 weiteren bayerischen Gewinnern zu beurteilen.

"Wir haben schon gewonnen", so Bürgermeister René Gerner vor der Entscheidung der Bezirkskommission im Mai. Er wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, ob er seinen Bürgerinnen und Bürgern eine Goldmedaille überbringen kann. Doch er hatte mit diesen Worten nicht nur den Sieg gemeint, der stolz macht, sondern die Fuchsstädterinnen und Fuchsstädter, die mit beachtlichem Engagement das Streben der Gemeinde nach Zukunftsperspektiven, sozialen und wirtschaftlichen Initiativen, Orts- und Grüngestaltung und der dörflichen Gesamtentwicklung unterstützt haben. Dazu gehört es auch, historische Substanz und Traditionen zu bewahren.

Nach dem Eintreffen der Kommission, die Bürgermeister René Gerner und Landrat Thomas Bold begrüßten, stellten sich die Bewertungsmitglieder persönlich vor. Die Leitung hat Jury-Vorsitzender Dr. Jörg Hirsche vom Staatministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten inne. Im Sitzungssaal des Rathauses zählte der Hausherr einige Fakten auf und informierte anhand von Beispielen auch über die wichtigsten Vorhaben. Zur Sprache kamen dabei auch die Projekte Umbau der Straße "Am Kohlenberg", das neue Baugebiet "Hinterm Turm 4" und Maßnahmen zur umweltfreundlichen Energiegewinnung. "Wir wollen autark sein und uns an den Wünschen der Bürger orientieren", betonte Gerner.

Die Bereisung begann in der "Simonsgasse", wo Mario Hugo einen Plan für ein künftiges Betreutes Wohnen-Domizil vorstellte. Dorfbrunnen und Ärztehaus sowie der Gasthof Vollmuth-Köhler waren Zwischenstationen zu den Traditionshöfen Stockmann,, der Familie Kubo und dem "Wahler-Hof" wo der Besitzer selbst einen kurzen Einblick in das 300 Jahre alte Anwesen gab.

An der Pfarrkirche St. Mariä HImmelfahrt informierte Gemeinderätin Eva-Maria Conrad und "Baumeister" Edgar Stockmann bedachte den Besuch mit einer historisch-humorigen Einlage . Es waren nur einige Schritte zu Heimatmuseum, zu dem Alt-Bürgermeister Peter Hart Wissenswertes parat hielt.

Über den Friedhof führte der Weg zum "Insektengärtle", das in Eigenarbeit und mit Mitteln aus dem Regionalbudget der Allianz erschaffen wurde. Honigbrot und das Engagement des Obst- und Gartenbauvereins fanden die Aufmerksamkeit der Kommission. Vom Kindergarten, die Schulen, dem Kohlenberg und der Bushaltestelle, erläutert vom Bürgermeister, führte der Weg über das Pfarrhaus und die Bücherei zum Hof Heid und zum Plootz-Imbiss am Backhaus und den Schäfer-Hof bis zum "Eulentreff".

Hier im Generationen-Treff mit Kneipp-Becken spielte der letzte Teil der Bereisung "bei der wir das ganze Leben Fuchsstadt erfahren haben, und das war wirklich beeindruckend", so Juryleiter Jörg Hirsche. Dann gab es einen ersten Eindruck von jedem der Kommissionsmitglieder. In der Sparte Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen sah Elmar Henke ein "Füllhorn von Eindrücken", das ihn zu der Folgerung veranlasste: "Sie befinden sich auf dem richtigen Weg - und zwar schnell. Sie wollen die Zukunft und haben die Kraft und Motivation dazu. Sichern sie sich ihre Vitalität."

Ein aktiver Obst- und Gartenbauverein, viel Grünes und erstaunlich viele Vereine, stellten die Vertreter aus dem Fachbereich Soziales und Kulturelles fest. Für "die schönen, alten Gebäude, die sie erhalten und pflegen", riet die Sektion Baugestaltung und -entwicklung, die Städtebau-Förderung als Hilfe zu nutzen. "Gestalten und Erhalten ist die richtige Form für so eine Gemeinde" rieten die Architekten, die die verdichtete Wohnform gut hießen.

Den Fachleuten für Grüngestaltung imponierte, dass die Einwohner dies oft selbst in die Hand nehmen. Lob gab es für den neugestalteten Friedhof, die Qualität der privaten Gärten und das Insektengärtle. "Eine Landschaft, die in Wald- und Landwirtschaft eingebettet ist, was von guter Zusammenarbeit zeugt", urteilte Guido Romor vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern.

Die zahlreichen anerkennenden Worte schüren jetzt Hoffnung auf eine Auszeichnung. Landrat Bold bestätigte den vorbildlichen Zusammenhalt im Dorf, das sich nach außen wie nach innen entwickelt. "Es muss Menschen geben, die sich engagieren - das wird in Fuchsstadt gelebt."