Ein Weihnachtsdorf mit schnuckelig-winterlichen Häuschen aus deren gemalten Fenstern St. Nikolaus, das Christkind oder Kinder dem Betrachter zulächeln, ist neuerdings Teil des adventlichen Dorfschmucks am "Hallas". Genau 18 Giebeldach-Exemplare ergänzen das dortige, traditionelle Bild vom Geschehen in der Heiligen Nacht, gemalt von Holger Wörner.

Mit Tannenwedel und Lichterkette ausgestattet, bleibt der Phantasie genug Raum, um in dem kleinen Weiler Bethlehem zu erkennen, den Geburtsort des Christuskind - oder auch Aura selbst. Gleichwohl wie man es interpretieren will, gelang den "Kleinen Naturfreunden" ein Werk, das zu einem kurzen Innehalten veranlasst, zu einem erstaunten Lächeln oder zu einer Erinnerung an vergangene Tage.

Die Urheber, die "Kleinen Naturfreunde", sind die Jugendgruppe des heimischen Obst- und Gartenbauvereins, deren Leitung Regina Schaub und ihr Team übernahm. Eine Weihnachtsaktion sollte sein. Doch verhinderte das grassierende Virus die regelmäßigen Treffen der Kinder und Jugendlichen - und das schon eine lange Zeit.

"Wie stellt man es an, den Kontakt zu den Kindern nicht zu verlieren", fragten sich Leiterin und Eltern und kamen dabei auf die Idee, den jüngsten Gartenfreunden kleine Aufgaben, Bastelarbeiten, nach Hause zu bringen. Denn persönliche Kontakte, wie etwa gemeinsames Basteln, sollten möglichst vermieden werden. Nachdem die Kinder informiert waren, meldeten sich 18 Kinder zur Aktion, aus Brettern Häuschen zu bauen, die ein kleines Dorf abbilden.

Zum häuslichen Werkeln, das Anfang Dezember begann und bei dem die Eltern - insbesondere die Väter - einbezogen wurden, erhielten die Kinder eine kleine Anleitung, wie die Rohlinge bemalt werden können. Einzige Voraussetzung war lediglich die Verwendung wasserfester Farbe. Ansonsten waren der Kreativität keine Grenzen gesetzt. "Wir waren begeistert, als wir die Häuschen sahen. Die waren ganz toll gebastelt und bemalt. Es ist ein buntes, fröhliches, kleines Weihnachts-Örtchen entstanden, das unverzüglich am Hallas seinen Standplatz bezog", schwärmten Schaub und ihr Team und hoffen, "dass die Auraer ab und zu einen Abendspaziergang zum illuminierten Kinderkunstwerk unternehmen."

Die Jugendgruppe des Obst- und Gartenbauvereins Aura zählt mehr als 30 Mitglieder. Seit 2007 gibt es die jungen "Grünlinge", die mit Materialien aus der Natur Basteln, Werken und Gestalten. Holz, Ton, Sämereien, speziell für Bienen und Insekten, aber auch Früchte, wurden begeistert ins Sortiment aufgenommen. So lernten sie neben der Umwelt und der Natur auch die Herstellung von Speisen wie kalt gerührter Erdbeermarmelade oder Holunderküchlein.

Auf Anraten vom Landesverband München gründete sich die Jugendgruppe "Die Kleinen Naturfreunde" als Teil des OGV. Helfer, Gartler, Sponsoren und Eltern sitzen mit im Boot, wenn die Kleinen ihre Kunstwerke nach eigenem Gusto kreieren. Aus dem erworbenen Wissen motiviert, erlernen sich dabei die Natur und ihre Umwelt zu schützen. Zudem macht es augenscheinlich Spaß, mit eigenen Händen und Ideen etwas zu erschaffen.