Je tiefer es geht, desto kleiner wird das Werkzeug: Auf der künftigen Trasse der Kreisstraße KG 37 zwischen Langendorf und A 7 haben vor drei Wochen zunächst Bagger den Oberboden entfernt. Archäologen stellten im Erdreich an 34 Stellen Verfärbungen fest, die auf eine Siedlung im Früh- und Hochmittelalter hinweisen. An mehreren Stellen arbeiten sich nun die Archäologen erst mit dem Spaten und am Ende mit der Spachtel vor. "Wir haben unter anderem wellenbandverzierte Keramik, eine größere Zahl von Messern und Reste von Trensen gefunden", berichtet Oliver Specht, Chef der Firma "Ausgrabungen Specht".

Auf dem 220 Meter langen und rund zehn Meter breiten Streifen sind die Archäologen bereits auf Überbleibsel von vier Grubenhäusern gestoßen. Während von den meist ebenerdigen Wohnhäusern wenig die Jahrhunderte überstanden hat, sind die früheren Nebengebäude kleine Schatzkammern für die Experten. "Wir suchen den Pompeji-Moment", beschreibt Specht die vorsichtige Freilegung von Erdschichten. Dass sie auf dem früheren Fußboden angekommen sind, lesen die Archäologen zum Beispiel an einer schwarzen Schicht ab, falls das Grubenhaus abgebrannt ist, oder eben an Scherben und anderen Überbleibseln.