"In seiner ganz besonderen Art, mit seinem spezifischen Humor hat Armin Stahl die heftigsten Debatten entkrampf!" Oerlenbachs Altbürgermeister Siegfried Erhard lobt seinen Weggefährten aus früheren Wahlkämpfen. Er unterstreicht die zuverlässige Arbeit von Armin Stahl, verweist auf dessen Tätigkeit im Pfarrgemeinderat von Rottershausen und im Oerlenbacher Gemeinderat. Siegfried "Siggi" Erhard gratuliert dem Ur-Rotterhäuser Stahl herzlich zum 75. Geburtstag.

Armin Stahl wurde im Nachkriegsdeutschland 1946 in seinem Heimatdorf Rottershausen zusammen mit seinem Zwillingsbruder Egon am 14. Juni geboren. Er wuchs auf dem Land auf, musste schon früh daheim mithelfen, wie es - so Stahl in der Rückschau auf seine Kindheit - damals mehr oder weniger üblich war. 1952 wurde er eingeschult und wechselte 1956 ins Don Bosco Heim Internat: Er wurde ein "Heimler", wie die Internatsschüler von den anderen Kinder genannt wurden. Bei den Patres herrschte ein strenges Regiment. Armin Stahl, der glücklicherweise mit Zwillingsbruder Egon die Schule besuchte, kann die Schilderungen seiner Mitschüler aus diesen Jahren bestätigen: Der Tagesablauf war streng organisiert, die Trennung von der Familie, von den Freunden in Rottershausen fiel schwer.

Nach der Schule wechselte er nach Schweinfurt zur "Industrie". Auch das war damals kein unüblicher Werdegang. Stahl trat seine Lehre bei SKF an, wurde Laborant beim Kugellagerfabrikanten. Unterbrochen wurde seine Laufbahn in Schweinfurt von der Bundeswehr, die Armin Stahl 1968 einberief. In diese Zeit fiel der Tod seines Zwillingsbruders Egon, der bei einem schweren Verkehrsunfall starbe.

Danach stehen in seiner Vita erfreuliche Ereignisse und allerlei Gründe zu feiern: 1970 heiratete er "seine Hanni", im gleichen Jahr wurde Tochter Annette geboren, drei Jahre später kam Nicki auf die Welt.

Und Armin Stahl engagierte sich immer mehr in seinem Heimatdorf. Er wurde in den Pfarrgemeinderat von Rottershausen berufen, stand sogar acht Jahre an der Spitze des Gremiums. Wie sich schon früh abzeichnete, war die Organisation von Festen bei ihm in besten Händen. Das galt für die Pfarrfeste oder die anderen Feiern in Rottershausen. 1979 folgte er dem Ruf der Politik und seine Rottershäuser wählten ihn in den Gemeinderat, wo die erfolgreiche Zeit mit Siegfried Erhard begann.

Als 1990 der damalige Bürgermeister Karl Karch sich nicht mehr zur Wahl stellte, bewarb sich Siegfried "Siggi" Erhard um den Chefsessel im Ratshaus. In einer Stichwahl setzte sich der Kandidat aus Rottershausen durch - vielleicht auch, weil frische Brötchen am Wahlsonntag an den Haustüren der Bürger hängten. Eine Idee von Armin Stahl, der nicht ohne Stolz auf diesen Einfall zurückblickt. Bis ins Jahr 1990 blieb Stahl im Gemeinderat.

1980 verließ Armin Stahl "die Schweden" und machte sich selbstständig, zuerst als Berater rund um Immobilien und Finanzen für große Agenturen. Dort erkannte man dessen Talent für diesen "Job" und förderte und beförderte Armin Stahl innerhalb der Organisationen. Bald sah er aber die Chance für ein eigenes Büro, gründete die Firma Stahl und Partner, in der teilweise bis zu zehn Mitarbeiter für ihn tätig waren. Kleine und große Projekte entstanden mit seiner Hilfe und dank seines Know-Hows.

Sohn Christopher vervollständigte die Familie 1983, Stahls Vater verstarb fünf Jahre später.

Als spannende Zeit mit schier unglaublichen Erlebnissen schildert Armin Stahl die Jahre nach der Grenzöffnung in Thüringen und den anderen neuen Bundesländern. Sein Schaffen ist dort bestens dokumentiert: Stahl verfügte über eine Vollmacht der Treuhand, verweist auf Dankesschreiben aus den Rathäusern. Drei Hotels hat er damals mit projektiert. Sie entstanden in Ostdeutschland, eine von Stahls Partnerfirmen hatte seinen Sitz in fernen Honolulu.

Und nebenher war Armin Stahl in Rottershausen immer aktiv, berichtet auch Altbürgermeister Erhard und erinnert sich an viele Feiern, besonders an die sagen-umwogenen Heimatfeste. Beinahe untergegangen ist die Tatsache, dass Armin Stahl auch ein erfolgreicher Sportler war, das betrifft seine Schul- und seine Bundeswehrzeit. Stahl gehörte zu den St.-Georg-Pfadfindern und fuhr mit großer Begeisterung und mit Erfolg Rallye. Seinem Hobby, dem Sammeln von alten Aktien, von kunstvoll gestalteten Wertpapieren, frönt der bald 75-jährige noch heute und ist - was man nicht vergessen sollte - noch immer in seinem Beruf, der für ihn wohl auch Berufung ist, aktiv. Vier Enkelkinder sorgen zudem dafür, dass es dem Jubilar nicht allzu langweilig wird.