Der Luitpoldpreis des Fördervereins Kissinger Sommer ist vergeben. Er ging an die französische Sopranistin Sarah Aristidou. Nach dem Konzert der Kissinger Lieder-Werkstatt überreichte Vorsitzender Anton Schick sen. die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung an die überraschte Sängerin. Mit diesem Preis, so Schick, werde sie geehrt für ihre künstlerische Leistung nicht nur bei der Lieder-Werkstatt 2021, sondern auch bei den Werkstätten von 2015 und 2016.

Eigentlich hätte sie den Preis schon damals bekommen sollen. Aber sie konnte wegen anderer Verpflichtungen nicht zu der Übergabe im Rahmen der Abschlussgala kommen. Damals profitierten der Tenor Sung Min Song und der Cellist Andrei Ionita von dieser "Blockade".

Bisher hat Sarah Aristidou allerdings nur die Urkunde in der Hand, aber noch nicht das Geld. Natürlich nicht, weil der Verein zahlungsunfähig wäre. Schatzmeisterin Martha Müller lieferte die Erklärung in Zeiten des kontaktlosen Bezahlens: "Sobald ich Ihre Bankverbindung habe, wird postwendend das Geld in Ihre Richtung sprudeln", erklärte sie der neuen Preisträgerin.

Der Förderverein Kissinger Sommer hat sieben Jahre nach seiner Gründung 1992 den Luitpoldpreis als Förderpreis für junge Künstler ins Leben gerufen. Der dänische Geiger Nikolaj Znaider (inzwischen auch Dirigent) war der Erste, der den Preis 1999 nach der Abschlussgala erhielt. Der Preis wurde in den vergangenen 23 Jahren 23-mal vergeben. Zwar musste im letzten Jahr auf die Vergabe verzichtet werden, weil der gesamte Kissinger Sommer corona-bedingt ausfiel. Dafür wurde der Preis 2013 an zwei Künstler verliehen.

Wer sich erinnern möchte: 1999: Nikolaj Znaider (Violine) - 2000: Alisa Weilerstein (Violoncello) - 2001: Jochen Kupfer (Bariton) - 2002: Isa Gericke (Sopran) - 2003: Baiba Skride (Violine) - 2004: Jan Kobow (Tenor) - 2005: Mojca Erdmann (Sopran) - 2006: Peter Ovtcharov (Klavier) - 2007: Tine Thing Helseth (Trompete) - 2008: David Lomeli (Tenor) - 2009: Igor Levit (Klavier) - 2010: Kejia Xiong (Tenor) - 2011: Anna Lucia Richter (Sopran) - 2012: Dmitry Korchak (Tenor) - 2013: Julia Novikova (Sopran) & Konstantin Shamray (Klavier) - 2014: Kian Soltani (Violoncello) - 2015: Sung Min Song (Tenor) - 2016: Andrei Ionita (Violoncello) - 2017: Julian Trevelyan (Klavier) - 2018: Sheva Tehoval (Sopran) - 2019: Julian Habermann (Tenor) - 2020: keine Vergabe - 2021: Sarah Aristidou (Sopran).

Nicht uninteressant ist die Aufteilung: Für "Exoten" wie die Trompete gab es eine Nominierung, für die Pianisten erstaunlicherweise nur vier, für die Streicher fünf. Eindeutige Gewinner sind die Sängerinnen und Sänger, die 13-mal nominiert und ausgezeichnet wurden. Dass der Luitpoldpreis in der internationalen Beachtung angekommen ist, zeigt die Beobachtung, dass schon sehr bald die jungen Künstler die Auszeichnung in ihre Biografien schrieben - wie übrigens auch die Teilnahme am Kissinger Klavier-Olymp.