Der Ruf der berufsbegleitenden Ausbildung zum Erlebnispädagogen auf dem Volkersberg reicht weit: Aus Berlin, Bremen, Köln, Frankfurt, München oder Regensburg kommen die Teilnehmer. "Mittlerweile ist jemand aus Ostfriesland dabei", berichtet Coach und Trainer Holger Haug. Zehn Durchgänge gab es bereits, 87 Teilnehmer haben erfolgreich abgeschlossen. Ein neues Kapitel wird kommende Woche aufgeschlagen: In einem öffentlichen Fachtag am Samstag, 25. November, werden von 9 bis 18 Uhr Projekte und Ideen aus dem Bereich Erlebnispädagogik vorgestellt.


Wichtige Werteorientierung

Einer der Referenten beim Praxistag ist Leander Vierheilig. Der 36-Jährige stammt aus Westheim und wohnt in Würzburg. Für ihn ist der Volkersberg etwas ganz Besonderes: "Hier ist der Mensch einfach so, wie er ist, wertvoll und wichtig, und genau so fühlt sich das auch an." Er fühle sich dort "schon immer irgendwie Zuhause". Als Kind war er auf Familienwochenenden dort, später zu Treffen der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB).
Genau diese Werteorientierung der Ausbildung ist Klaus Hofmann, Rektor des Hauses Volkersberg und Leiter der Jugendbildungsstätte, wichtig. Entstanden sei das Centrum für Erlebnispädagogik (CEP) aus der praktischen Arbeit rund um den Hochseilgarten heraus: "Wir haben gemerkt, wie viel Kompetenz wir einfach schon hier am Berg haben", erinnert sich Hofmann. Deshalb sei er sofort von der Idee begeistert gewesen, eine berufsbegleitende Ausbildung anzubieten. "Erlebnispädagogik ist ein Mittel zum Zweck", fasst Hofmann seine Sicht auf CEP zusammen. Deshalb sei es auch ein Alleinstellungsmerkmal des Volkersbergs, einfache Methoden zu lehren: "Wir kommen ohne hohe Berge und tiefe Schluchten aus, wir orientieren uns am Menschen." Das Centrum für Erlebnispädagogik ist Teil der Jugendbildungsstätte, davon würden beide Seiten profitieren: "Das hat uns über die Diözese hinaus bekannt gemacht", nennt Hofmann als einen Aspekt.


Beispiel aus der Familienarbeit

Ein Glücksfall ist CEP auch für Menschen aus der Region, die auf der Suche nach Weiterbildungsmöglichkeiten sind. "Hier wird viel Wert auf das allgemeine Verständnis und die Herangehensweise gelegt", berichtet Leander Vierheilig. Wichtig war ihm die Selbsterfahrung in Szenarienarbeit. Begonnen hat der 36-Jährige im September 2015 als Quereinsteiger: "Zum einen wollte ich grundlegendes Handwerkszeug erlernen." Zum Beispiel bei Problemlöse- und Kooperationsaufgaben, bei der "Kreativen Konfliktbearbeitung" oder im Notfallmanagement. Wegen seines KLJB-Engagements wählte er auch das Modul "Spiritualität, Mystik und Glaube". Als Projekt entwickelte Vierheilig ein erlebnispädagogisches Familienwochenende. Die Erfahrungen vom Durchgang Anfang Oktober mit fünf Familien mit jeweils zwei Kindern stellt er beim Fachtag kommenden Samstag vor. Weitere Beispiele beim öffentlichen Fachtag sind Walderlebnistage für Grundschüler, Zirkus- und Integrationsprojekte. Die Angebote wenden sich an Vorschulkinder, Jugendliche in einer Wohngruppe, junge Erwachsene und Familien.
Für Leander Vierheilig war die CEP-Ausbildung wegweisend: "Der Eindruck wurde immer stärker, dass ich das nicht nur für mich persönlich gemacht habe, sondern dass ich mich in diese neue Richtung auch beruflich verändern möchte." Deshalb kündigte der gelernte Energieelektroniker seine sichere Stelle als Ausbilder in einem großen Industrie-Unternehmen und macht sich aktuell als Erlebnispädagoge selbstständig.
"Ziel des Fachtages ist es, hochwertige erlebnispädagogische Projekte, die mit viel Energie konzipiert und durchgeführt wurden, der Öffentlichkeit zu zeigen", sagt Erlebnispädagoge Holger Haug über den neu konzipierten Fachtag. Zudem soll das CEP auch in der Region bekannter werden, denn kaum jemand wisse, dass sich etwa der Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik mindestens einmal im Jahr auf dem Volkers-berg treffe. Die Jugendbildungsstätte sei damit an der Weiterentwicklung des Berufsbildes beteiligt. Möglich wird das durch die große Kompetenz der neun Lehrtrainer. Zu ihnen gehören viele Praktiker, aber auch eine promovierte wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Edinburgh.

Ausbildung In den berufsbegleitenden Seminare stehen jährlich 18 Plätze zur Verfügung. Die Ausbildung besteht aus zwei Grund- und 13 Wahlmodulen, von denen die Teilnehmer mindestens vier absolvieren müssen. Weitere Infos unter www.cep.volkersberg.de.

Termin Der Fachtag "Erlebnispädagogik in der Praxis" stellt Konzepte für Jugendarbeit, Kindergarten, Schule und Erwachsenenbildung vor. Beginn ist am Samstag, 25. November, um 9 Uhr im Haus Volkersberg. Ausführliches Programm im Internet. Anmeldung unter info@volkersberg.de oder 09741/913200.

Info Weitere Infos zu Leander Vierheilig gibt es auf der neuen Homepage www.leander-vierheilig.de.