Schulleiter und Stadtrat Bernd Czelustek (SPD) schlug im Finanzausschuss Alarm für die Henneberg-Grundschule. "Die Sprengeländerung lässt unsere Schülerzahl steigen", sagte er. Und: "In der ersten Klasse des kommenden Schuljahres steigt der Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund von acht bis neun Prozent auf 30 Prozent an." Weitere Problemfelder für die Schüler liefert die Pandemie mit Wechsel- und Distanzunterricht. Die Folgen: Leistungsabfall, Isolation, Mobbing, Einsamkeit oder depressive Verhaltensweisen. "Es gibt Kinder mit selbstverletzendem Verhalten", sagte Bernd Czelustek. Am Ende der Sitzung war klar: Wie auch an den anderen Kissinger Schulen, bekommt die Henneberg-Grundschule eine Stelle für die Jugendsozialarbeit.

Obwohl das seit längerem avisiert war, um alle Schulen gleich zu behandeln, war es bisher nicht möglich. Denn eine Fördervoraussetzung war nicht gegeben. Um Gelder abgreifen zu können, brauchte es bis dato einen Migrationsanteil von 20 Prozent in Grundschulen. Die Klausel ist mittlerweile weggefallen.

Bad Kissinger Henneberg-Grundschule: Zeitnaher Start für die Jugendsozialarbeit

Zum kommenden Schuljahr im September oder spätestens zum 1. Januar des kommenden Jahres soll nun die Jugendsozialarbeit an der Henneberg-Grundschule starten.

Das Landratsamt sieht an der Henneberg-Grundschule den Bedarf einer halben Stelle. Diese soll bis zum Beginn des neuen Schuljahres oder spätestens zum 1. Januar kommenden Jahres besetzt sein.

Auf die Stadt entfällt ein Anteil von etwa 8500 Euro. 10 Prozent der Kosten kommen vom Träger der Stelle - beispielsweise von der Arbeiterwohlfahrt. Geld kommt ebenfalls vom Freistaat und dem Landkreis. Die jährlichen Gesamtkosten für die halbe Stelle liegen bei etwa 27 000 Euro.

Bad Kissinger Schulleiter ist überzeugt

"Bislang läuft vieles über mich als Schulleiter oder die Lehrer. Das bindet Zeit und Kräfte. Eine Stelle für die Jugendsozialarbeit wäre sehr wünschenswert." Klaus Werner (Grüne) wollte wissen, wo der Hauptstandort für die Stelle sein wird - schließlich hat die Henneberg-Grundschule drei Standorte. "Das Hauptbüro wird wohl da sein, wo die meisten Dritt- und Viertklässler sind. Die wenden sich am meisten an den Jugendsozialarbeiter", meinte Bernd Czelustek.

"Das Hauptbüro wäre dann wohl Arnshausen. Aber es können noch andere Räumlichkeiten entstehen." Und: "Ein bisschen Flexibilität bei der Stelle wäre gut. Der Zustand an den Schulen ändert sich ja regelmäßig." Die halbe Stelle sei ausreichend.

Peter Eggen (AfD) hatte eine Frage zur Stelle an sich. "Darf die Person ein Kind ansprechen - sie ist ja kein Erziehungsberechtigter?" Bernd Czelustek schuf Klarheit: "Jeder kann sich an ein Kind wenden, wenn Not am Kind ist."