Der Iran-Konflikt sorgt für hohe Unsicherheit an den Finanz- und Energiemärkten. Steigende Spritpreise, fallende Börsenkurse und ein überraschender Einbruch bei Gold und Silber bestimmen das Geschehen.
Der Leiter der Internationalen Energieagentur verwendet eindringliche Worte für die Auswirkungen des Iran-Konflikts: Man stehe vor der "größten Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit", sagte Fatih Birol der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und anderen Medien. Ob beim Blick auf das Depot oder beim Tanken - für die Menschen in Deutschland sind die Kriegsfolgen zunehmend spürbar.
Benzin und Diesel: Kriegsfolgen beeinflussen weiterhin Preise
Der Dieselpreis ist nur noch etwas mehr als einen Cent von seinem Rekordhoch entfernt. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags (22. März 2026) kostete ein Liter Diesel 2,306 Euro, wie der ADAC mitteilte. Das waren 0,5 Cent mehr als am Samstag (21. März 2026). Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich ebenfalls geringfügig: um 0,2 Cent auf 2,085 Euro. Noch greifen die geplanten Gegenmaßnahmen nicht.
Vergangene Woche hatte die Koalition aus Union und SPD ihr Spritpreis-Paket in den Bundestag eingebracht. Zukünftig sollen Tankstellen nur noch einmal am Tag, um 12.00 Uhr, die Preise erhöhen dürfen. Preissenkungen sollen jederzeit möglich sein. Es ist umstritten, ob die neue Regel preisdämpfend wirkt. Super ist heute mehr als 30 Cent teurer als vor Beginn des Konflikts, Diesel 56 Cent – auch weil der Ölpreis stark gestiegen ist.
Rohöl aus der Nordsee ist inzwischen 57 Prozent teurer. Das Barrel (159 Liter) Brent mit Lieferung im Mai wurde am Montagmorgen (23. März 2026) bei 113,45 US-Dollar gehandelt. Heizöl kostet so viel wie seit November 2022 nicht - damals hatten die Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eine Energiekrise ausgelöst.
Dax rutscht ab: Märkte durch Krieg in der Krise
Trump hatte in der Nacht zum Sonntag (MEZ) mit der Zerstörung von Energieanlagen im Iran gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig öffnen. Der Iran reagierte umgehend und drohte mit der vollständigen Schließung der Straße von Hormus, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen sollten.
Der Dax hat seine Talfahrt zu Wochenbeginn fortgesetzt. Angesichts der Ängste vor einem weiteren eskalierenden Iran-Konflikt verlor der deutsche Leitindex gut zwei Prozent auf 21.870 Punkte. Damit rutschte er erstmals seit dem Zoll-Schock von US-Präsident Donald Trump im April 2025 unter die Marke von 22.000 Punkten. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran hat das deutsche Börsenbarometer gut 13 Prozent eingebüßt.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor am Montag 1,6 Prozent. In Asien waren noch deutlichere Kursverluste zu verzeichnen. Denn nicht nur an den Tankstellen spüren die Menschen den durch den Iran-Konflikt ausgelösten Ölpreisschock. Höhere Energie- und Transportkosten betreffen zunehmend auch andere Lebensbereiche und Unternehmen. Ökonomen rechnen mit einer deutlich anziehenden Inflation und einem Dämpfer für die Konjunkturerholung in Deutschland.