Nicht nur in Deutschland wird das Renten-Modell viel diskutiert - in Großbritannien wird nun eine entscheidende Änderung eingeführt.
Arbeiten bis zum 70. Lebensjahr? Die Rente mit 70 wird nicht nur in Deutschland regelmäßig diskutiert. Auch in Großbritannien gibt es immer wieder Debatten über eine Erhöhung des Renteneintrittsalters. Die Autoren der Studie "State Pension Age and Demographic Change", welche die Auswirkungen der steigenden Lebenserwartung und der sinkenden Geburtenrate auf die staatliche Rente behandelt, fordern sogar eine Anhebung der Altersgrenze in ganz Großbritannien auf 71 Jahre.
Momentan liegt das Renteneintrittsalter bei 66 Jahren - allerdings nicht mehr lange. Wie der Guardian berichtet, soll dieses zwischen Mai 2026 und März 2028 Jahrgang für Jahrgang auf 67 Jahre erhöht werden. Anderen Medien zufolge soll dies sogar ab April 2026 der Fall sein. Ab 2044 werde zudem mit einer Anhebung auf 68 Jahre gerechnet. In einem anderen Artikel haben wir bereits die Rentensysteme in Österreich, Schweden und der Schweiz unter die Lupe genommen.
Rentenalter wird in Großbritannien angehoben - aber es gibt auch mehr Geld
Auch die staatliche Rentenzahlung soll sich in Großbritannien erhöhen - laut dem britischen Parlament um 4,8 Prozent ab April 2026. Grund dafür ist die sogenannte "Triple lock"-Regelung, auf Deutsch auch Dreifachgarantie genannt.
Diese legt fest, dass die staatliche Rente jedes Jahr entweder um 2,5 Prozent, die Inflationsrate oder das durchschnittliche Lohnwachstum steigt - je nachdem, welcher Wert am höchsten ist. Die aktuelle Rentenanpassung sei auf die steigenden Löhne zurückzuführen.
In Großbritannien wird zwischen der neuen staatlichen Rente, die für alle gilt, die das Renteneintrittsalter am 6. April 2016 oder später erreichten, und der bisherigen Rente unterschieden. Die Angabe der Höhe der Rentenzahlungen erfolgt typischerweise in Wochensätzen. Auch in Deutschland steht eine Erhöhung an: Ab 1. Juli sollen die Renten um 4,24 Prozent angehoben werden.
Rentenerhöhung in Großbritannien: So viel Rente bekommen die Engländer
Künftig gibt es in Großbritannien laut dem Parlament statt 230,25 Pfund pro Woche für Bezieher der neuen Rente, der "New State Pension", 241,30 Pfund (circa 279,24 Euro). Bezieher der "Basic State Pension" bekommen dann 184,90 Pfund (circa 213,97 Euro) pro Woche statt bisher 176,45 Pfund.
Pro Monat beträgt die Rentenzahlung im Rahmen der "New State Pension" also künftig 965,2 Pfund (circa 1116,93 Euro). Bezieher der Basic State Pension bekommen monatlich 739,6 Pfund (circa 855,87 Euro).