Die Palmen in den Kuranlagen und in der Altstadt zählen zu den Charakteristika Bad Kissingens. Und sie gedeihen unter der Obhut der Staatlichen Kurgärtnerei so prächtig, dass sie für das bisherige Palmenhaus einfach zu groß werden. Gerade noch rechtzeitig möchte der Freistaat deshalb ein neues Palmenhaus auf dem Areal der Kurgärtnerei bauen, das möglichst schon mit Ende dieser Saison zur Verfügung steht.

170 Großpalmen betreut die
Kurgärtnerei. "Die sind bis zu fünf Meter hoch, und sie wachsen weiter", sagt der Chef der Kurgärtnerei, Martin Christ. Das bisherige Palmenhaus ist für die exotischen Bäume nicht nur zu niedrig geworden, während des Winters stehen die Palmen dort dicht an dicht. "Es musste dringend gehandelt werden", so Christ.


Kalte Füße

Hinzu kommt, dass der Boden des alten Palmenhauses vor Jahren um etwa einen Meter abgesenkt wurde. Damit konnten die Palmen zwar nach oben wachsen, doch die Heizung befand sich weiter an alter Stelle. Das heißt, beim Überwintern haben die Palmen kalte Füße bekommen, während sie weiter oben aufgeheizt wurden.
Keine guten Voraussetzungen für die tropischen Gewächse, die zwar den Winter über bei drei bis fünf Grad gut überleben, doch unten Frost und oben Tropenklima mögen sie nicht. Das neue Haus wird im Winter auf zehn Grad aufgeheizt werden, oben und unten.

Vor allem aber sind die Palmen an Sonne gewöhnt. Da war es nicht so optimal, dass das bisherige Haus aus UV-undurchlässigem Glas besteht. Das neue Domizil wird laut Christ die UV-Strahlen durchlassen.


7,8 Meter hoch

Der Neubau wird neben dem bisherigen Glashaus errichtet und wie dieses 48 Meter lang sein. Die lichte Höhe wird 7,80 Meter betragen. "Damit reicht es für 20 bis 25 Jahre aus", sagt Christ. Dann werden die Kissinger Palmen so hoch gewachsen sein, dass sie auch die Decke des neuen Hauses erreichen. Spätestens dann müssen die größten unter den Palmen verkauft werden müssen.

Das bisherige Palmenhaus wird mit dem Neubau nicht arbeitslos. "Es wird weiter für kleinere Palmen und mediterrane Pflanzen genutzt", sagt Martin Christ. Außerdem lassen sich im Sommer die Gewächshäuser zum Beispiel als Werkstatt für die Rakoczyfest-Wagen nutzen, die dann nicht mehr teilweise unter freiem Himmel aufgearbeitet werden müssen.


Rund eine halbe Million Euro

Rund 500 000 Euro lässt sich der Freistaat den Bau des neuen Palmenhauses kosten, sagt Erwin Full vom Staatlichen Bauamt in Schweinfurt. Er geht davon aus, dass der Bau heuer im Herbst beginnt und bis zurm alljährlichen Rückzug der Palmen fertig sein wird.

Am heutigen Mittwoch wird der Bauausschuss des Stadtrates über das Baugesuch beraten. Nach der Genehmigung kann die Planung durch ein Fachbüro soweit fertig gestellt werden, dass die Arbeiten ausgeschrieben werden können.