Es ist wahrscheinlich der aufregendste Raum im Polizeigebäude: Die Asservatenkammer. In Bad Kissingen besteht sie hauptsächlich aus einem doppeltürigen Schrank. Die beschlagnahmte Sachen werden meist nur einige Wochen zwischengelagert. Sichergestellt wird jedoch einiges. "Eigentlich fast jeden Tag", sagt Maria Theresia Rottmann von der Bad Kissinger Polizei. Nur sie und ihre Vertretung haben Zugang zur Asservatenkammer.

Dort landen mitunter Waffen, Drogen, Führerscheine, Falschgeld und Fundsachen. Einmal wurde eine Kommode sichergestellt. "Es handelte sich um eine Fälschung", erklärt Maria The resia Rottmann. Jemand hatte sie zu einem nicht gerechtfertigten Preis verkauft.

Viele Gegenstände beschlagnahmt die Polizei, weil sie als Diebesgut identifiziert werden. In einem Fall reichte der Platz in der Asservatenkammer dafür nicht aus. "Der ganze Gang war voll mit Werkzeug", erzählt Rottmann. Es handelte sich um Handwerksgeräte, die von verschiedenen Baustellen geklaut worden waren.

Nur selten werden Fahrzeuge sichergestellt. Ungefähr dreimal im Jahr. Die stehen dann bis zum Abschluss der Untersuchungen auf dem Hof der Polizeiinspektion. Unfallfahrzeuge werden in der Werkstatt unter die Lupe genommen, bevor der Besitzer sie zurückerhält.


Wann wird beschlagnahmt?

Generell werden Gegenstände beschlagnahmt, wenn sie für ein Strafverfahren von Bedeutung sind. "Es gibt aber auch die Möglichkeit der Einziehung", erläutert Polizeihauptkommissar Lothar Manger. Zum Beispiel, wenn jemand eine Waffe führt, die er nicht besitzen darf.

Hier gibt es einen Unterschied zwischen einer Waffenbesitzkarte und einem Waffenschein. Waffenbesitzkarten haben unter anderem Jäger, Sportschützen, Sammler und Händler.Einen Waffenschein, der dazu berechtigt, eine scharfe Waffe mit sich zu führen, erhalten neben Polizeibeamten nur Menschen, die einer unmittelbaren Bedrohung ausgesetzt sind. Sprich Menschen, die im Sicherheitsgewerbe arbeiten, verdeckte Ermittler und manchmal auch Juweliere.


Spezieller Waffenschrank

Beschlagnahmte Schusswaffen lagern nicht in der Asservatenkammer, sondern in einem speziellen Waffenschrank, der noch einmal extra gesichert ist. Momentan befinden sich dort zwei eingezogene Schusswaffen.
Der Wert der Gegenstände im Asservatenschrank lässt sich nur schwer schätzen. "Wir hatten schon Schmuck und größere Mengen Bargeld hier", erzählt Rottmann. Eingebrochen wurde in der Polizeiinspektion noch nicht. Die Fundsachen, die in der Asservatenkammer landen, werden der Stadtverwaltung übergeben. Darunter sind meist Taschen, Geldbeutel, Fahrräder oder Rucksäcke. Doch auch Schusswaffen werden manchmal in Nachlässen oder im Wald gefunden. Hier gilt: Finger Weg!