Der Eichenlehrpfad von Ebenhausen ist so eine Art "Abschiedsgeschenk" von Alexander Schmidt an das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF, Bad Neustadt/Saale) und an die Gemeinde Oerlenbach. Schmidt verlässt das Amt nach zwei Jahren und hatte in intensiver Arbeit die wichtigsten Fakten rund um den Eichenwald für den fünf Schautafeln umfassenden Weg konzipiert. Er war Projektleiter und Ausführender gleichermaßen, lieferte für einige Grafiken sogar selbst gezeichnete Skizzen. Die Schautafeln richten sich an alle möglichen Zielgruppen: So findet man Infos für den normalen Spaziergänger, für versierte Freunde von Flora und Fauna und sogar Tipps für Waldbesitzer.

Reinhard Landgraf hat das Projekt ergänzt. Der frühere Förster und jetzige Forstbeauftragte der Gemeinde stellt kind- und jugendgerecht den Wald auf zusätzlichen, allerdings kleineren Tafeln dar. Dort werden die Bäume mit Menschen verglichen, mit kleinen Kindern, mit Halbstarken und eben auch mit Erwachsenen und Senioren. Da die Eichen bis zu 300 Jahre alt werden können - auch im Ebenhausener Forst - sind die "Halbstarken" eben schon dreißig und wirken auf die Kinder wie ausgewachsene Bäume, nicht wie Stämme, die ein Vielfaches an Umfang dazubekommen werden. Der Wald am Ortsrand von Ebenhausen ist sehr gesund, bestätigte Hubert Türich vom AELF in seiner kurzen Begrüßung. Er verwies auf die vorausschauende laubholz-betonte Waldgestaltung der letzten Jahrzehnte, dankte dem "Alt-Förster" Landgraf, der den Weg der Naturverjüngung einschlug und damit die Grundlage für das gesunde Wachstum der Eichen und deren Nachbarn schuf. Im von Eichen geprägten Forst findet man noch andere Arten, Buchen und Kirsche etwa. Der Wald ist ein beliebter Brutort für Vögel, auch eine Heimat für Fledermäuse und vielerlei Tiere, die beinahe unentdeckt im Ökosystem "Laubwald" ihr Leben und ihr Überleben sichern.

Die eher textlastigen Infotafeln sind im Rahmen der Initiative Zukunftswald in Bayern entstanden, und der Lehrpfad ist einer der ersten seiner Art: ein Vorzeigeobjekt für andere, meinten Türich und Oerlenbachs Bürgermeister Nico Rogge. Vor einem Jahr wurde bei der Waldbegehung mit dem Förster und dem AELF die Idee eines solchen Lehrpfades geboren. Nico Rogge erinnerte an den Rundgang im Ebenhäuser Forst vor zwölf Monaten und freute sich über die gelungene Umsetzung. Zur Einweihung des Lehrpfades waren über 20 Bürger gekommen, unter ihnen Jäger und Waldbesitzer, Gemeinderäte und Tier- und Vogelschützer.