Seit fast drei Jahrzehnten steht die Burkardrother Theatergruppe für bestes Laienschauspiel. Dies zeigte sich auch diesmal wieder, als die Truppe um Regisseur Anton Büchs in der Lauterer Edelweißhalle mit der Komödie "Darum prüfe, wie man sich ewig windet" Premiere feierte.

Mit einer gelungenen Kulisse, viel Engagement, Charme, Witz und beachtlicher Professionalität stellten alle Akteure eine turbulente Komödie auf die Bühne, die sofort begeisterte. Es gelang ihnen hervorragend, aus dem manchmal etwas seichten und langatmigen Stoff durch Situationskomik eine spannende Geschichte herauszuarbeiten, so dass die Aufführung vom Anfang bis zum Ende kurzweilig war.

Bernie (Tony May) hat es sich zum Ziel gesetzt, seine Geschlechtsgenossen vor dem Joch der Ehe zu bewahren. Seitdem ihn seine Exfrau nach der Scheidung ausgenommen hat wie eine Weihnachtsgans, ist er auf Frauen gar nicht gut zu sprechen. Aus diesem Grund gründet er das Eheverhinderungsinstitut "Bleib allein, aber glücklich" und steht Männern zur Seite, die zur Hochzeit gedrängt werden sollen. Mit allerlei Kniffen und Tricks unterstützt er seine eheunwilligen Kunden, um dem Joch der Ehe zu entgehen.


Eine Cahnce für die Braut

Im selben Haus, in dem sich Bernie Büro befindet, hat allerdings auch Sigrid Rapp (Christine Krapf) ihre Geschäftsräume. Sie führt das Eheanbahnungsinstitut "Gib der Braut eine Chance", und ihr höchstes Glück ist es, Frauen zu unterstützen, damit diese mit ihrer Hilfe in den Hafen der Ehe einlaufen können.

Damit sind Konfliktsituationen vorprogrammiert, die gemeistert werden müssen. Dabei hoben sich dank ihrer besonderen Rollen Anton Büchs als Rentner Mecker, Katrin Frank als Marion Gabelstein, sowie Kurt Manger als tollpatschiger Holger besonders hervor. Nicht weniger erfolgreich waren die weiteren Mitwirkenden Monika Grom, Florian Hein, Verena Rottenberger und Diana Endres.

Die dankbarste und bezauberndste Rolle hatte allerdings Birgit Warmuth. Sie spielte die Reinemachefrau Martha, die alle aufmischte und stets für Turbulenzen sorgte, so hervorragend, dass sie besonders heraus stach. "Die Rolle ist eigentlich eine dankbare Rolle - eine Einfältige zu spielen, macht immer Spaß", grinst Birgit Warmuth. Sie war eigentlich als Souffleuse vorgesehen, musste aber kurzfristig für die verhinderte Carmen Balling einspringen. Innerhalb von zwei Wochen musste sie die Rolle beherrschen. Doch das sei kein Problem gewesen, da sie als Souffleuse schon mit dem Stoff vertraut war.


Der Dreh- und Angelpunkt

Birgit Warmuth gehört seit 15 Jahren zur Schauspielgruppe und stand fünf Mal auf der Bühne, immer wenn Not am Mann war. "Schwierig für mich war, dass ich einen anderen Dialekt spreche als die Burkardrother. Ich musste also versuchen, diesen Dialekt nachzusprechen, das fiel mir nicht leicht, obwohl ich seit 20 Jahren hier lebe. Die Rolle der Martha hat mir sehr viel Spaß gemacht, weil man sich mit ihr einmal so richtig ausleben kann," erklärt Birgit Warmuth und versucht, ihre Leistungen herunter zu spielen. Dabei war ihre Rolle der Dreh- und Angelpunkt zum Erfolg.

Eine überaus gelungene Premiere, die im Pfarrsaal Bad Bocklet am 5., 6., 12. und 13. April eine Wiederholung finden wird.