Zwar waren es drei Fahrzeuge, aber nur eines musste von der Stadt bezahlt werden. Kommandant und Stadtbrandinspektor Harald Albert erklärt das so: Das größte, ein Löschgruppenfahrzeug KAT S für rund 250 000 Euro, ist ein vom Innenministerium bezahltes Katastrophenschutzfahrzeug. In Farbe und Ausstattung ist es identisch mit den Löschgruppenfahrzeugen der Feuerwehren.

So sind auf dem Mercedes-Benz Allrad-Fahrgestell ein Mannschaftsraummodul und ein Gerätekofferaufbau mit 1000 Liter Löschwasserbehälter und Pumpe eingebaut. Auch die sonstige Ausrüstung, vom Atemschutzgerät über Schlauchmaterial und Funkgeräte bis hin zum zusätzlich mitgeführtem, aufblasbarem 5000-Liter-Tank ist komplett an Bord und identisch mit den 26 anderen LF-KatS, die die Bundesregierung geordert und an einzelne Feuerwehren übergeben hat. Ein glücklicher stellvertretender Landrat Emil Müller ergänzt: "Es ist heute ein besonderer Tag, wenn drei Fahrzeuge übergeben werden." Er durfte die Fahrzeugschlüssel an Kommandant Harald Albert und die Fahrzeugmannschaft überreichen. Albert erläuterte, dass zum Glück die wenigsten der Anwesenden eine Katastrophe selbst miterlebt hätten, denn selbst das starke Hochwasser im Jahr 2003 sei gegen eine Katastrophe nur ein Kleinalarm gewesen. Der Kommandant erklärte aber auch, dass die Stadtteilwehren mit einbezogen werden, wenn es gilt, mit diesem Fahrzeug auszurücken. Deshalb würden sie auch daran ausgebildet. Das zweite neue Fahrzeug ist ein Mehrzweckfahrzeug (MZF) mit Doppelkabine und Pritsche, das sowohl dem Transport von Mannschaft und Geräten, vor allem verschmutzten Schläuchen und Ausrüstung dient, zugleich aber auch als Führungsfahrzeug bei Schadenslagen eingesetzt werden kann. Mit diesem MZF sei man in der Lage, die Einsätze in der Stadt zu koordinieren und zu führen, bei Großschadenslagen könne man immer noch auf das in Oerlenbach stationierte UGÖEL des Landkreises zurückgreifen.

Bezahlt und angeschafft wurde das MZF von der Stadt Bad Kissingen als Ersatz für ein Fahrzeug aus dem Jahr 1996. Wie Oberbürgermeister Kay Blankenburg erklärte, "steht die Stadt Bad Kissingen in materieller Verantwortung". Wie das Stadtoberhaupt weiter ausführte, bedeute "Helfen können" sowohl die richtige Ausbildung wie auch die richtige Ausrüstung. Zudem trage eine gute Ausrüstung zur Motivation und zur Aquise neuer, ehrenamtlicher Feuerwehrmitglieder bei.

Das dritte Fahrzeug, ein Transportfahrzeug, war der lang gehegte Wunsch der Mannschaft. In Zukunft wird es vermutlich bei fast allen Einsätzen mit ausrücken, um Mannschaft und Gerät nachzuführen oder bei Verkehrsunfällen als Absicherungsfahrzeug eingesetzt zu werden. Da der Feuerwehrverein die finanzielle Lage der Stadt kenne, sei man gar nicht auf die Idee gekommen, dieses Fahrzeug im Haushalt zu fordern. Dennoch wurde der Wunsch, dank einer großzügigen Spende von Michael Presl, einem langjährigen Gönner der Kissinger Feuerwehr, ermöglicht. Durch Zufall habe man dieses Transportfahrzeug in einem Autohaus in Schorndorf entdeckt, wo ein Feuerwehrkamerad der Partnerfeuerwehr als Autoverkäufer angestellt ist. Dieser habe einen super Preis vereinbart, und alles weitere wurde in Eigenleistung erbracht.

Pfarrerin Christel Mebert und Stadtpfarrer Gerd Greier gaben den drei Fahrzeugen den kirchlichen Segen, damit Mannschaft und Gerät immer wieder nach Übungen und Einsätzen gesund und wohlbehalten heimkehren.