Der Vorstand der Waldkörperschaft Altenreichthal konnte in diesem Jahr coronabedingt keine Versammlungen durchführen. Nachdem einige wichtige Entscheidungen anstanden, hatte der Vorsitzende Erich Greubel bereits einige Zeit vor dem Lockdown zu einem Lokaltermin in den Wald eingeladen.

Nachdem der Körperschaftswald in den vergangenen Jahren nur wenig von Schäden durch Trockenheit und Befall durch den Borkenkäfer betroffen war, stellt sich die Situation nun anders dar. Die Nadelbäume geben hier ein unterschiedliches Bild ab. Während Douglasie und Lärche gut dastehen, sieht die Situation bei Kiefer und Fichte ganz anders aus. Die Bestände sind rund 50 Jahre alt und die unterschiedliche Entwicklung und Schadensituation ist augenscheinlich. Theo Sixt, der bei der Pflanzung der heute betroffenen Bäume dabei war, berichtet, dass die Fichte in Ramsthal früher keine Rolle spielte. Da der Bedarf an Weinbergstickel in Ramsthal hoch war und das Holz hierfür gekauft werden musste, entschied man sich damals zur Anpflanzung der Fichten. Nach seinen Angaben hielt man sich aber nicht ganz an die Vorgaben und pflanzte Douglasie und Lerche dazu. Hierdurch gibt es den Bestand an gesunden Bäumen neben den Fichten. Im Rahmen einer Begehung zeigte Greubel die betroffenen Flächen, die ein erschreckendes Bild boten.

Buchen werden gepflanzt

Erich Greubel informierte, dass noch in diesem Jahr 20 000 Buchen durch ein Unternehmen gepflanzt werden sollen. Dies soll in den nächsten Jahren im Rahmen des Förderprogramms Waldumbau weiter fortgesetzt werden. Erhebliche Probleme sieht er in der Vermarktung des vom Borkenkäfer befallenen Fichtenholzes. Hier sei kein annehmbarer Preis zu erzielen, die Bäume müssten aber aus dem Wald entfernt werden, um eine Ausbreitung des Schädlings zu vermeiden. Er schlägt deswegen vor, den jährlichen Brennholzanteil für die Mitglieder auf dieses Fichtenholz zu beschränken. Die anwesenden Mitglieder waren zwar nicht begeistert, stimmten dem Vorschlag aber zu. Das Holz soll noch in diesem Jahr eingeschlagen und aus dem Wald geholt werden. Die Verteilung im Rahmen einer Versammlung kann entfallen, da nur eine Holzart verteilt wird. Die Leitung der Körperschaft wird die Mitglieder über die Nummern und Lage ihres Holzes informieren.

Am Ende der Veranstaltung stellte Greubel die wirtschaftlichen Auswirkung der momentanen Situation für die Waldkörperschaft dar. Da im Wald über Generationen hinweg gearbeitet und geplant wird, sei eine schnelle Veränderung der Situation nicht zu erwarten. Trotzdem sei es zwingend erforderlich, jetzt die Weichen für die Zukunft zu stellen. Kritik äußerte er an den Behörden im Hinblick auf finanzielle Förderung. Zum Erhalt der Allgemeinwohlfunktion des Waldes als Erholungsbereich und Sauerstoffspender erhalten Kommunen Zuschüsse für ihre Waldflächen. Obwohl der Körperschaftwald hier die gleiche Bedeutung hat, gibt es hier keine Zuschüsse dieser Art.

Bernhard Sixt brachte die Aufstellung von Windrädern im Bereich der zum Altenreichthal gehörenden Wiesen ins Gespräch. Mit den Einnahmen hieraus könnte der Waldumbau teilweise finanziert werden, wenn Einnahmen aus dem Holzverkauf zurückgehen. Ob dies umsetzbar wäre, hängt davon ab, ob die Wiesen weiterhin als militärisch genutzte Flächen eingeschränkt sind.