Inzwischen ist es einfach nur Leidenschaft. Schon als Kind flog Martina Will auf Bienen, und als sie mit ihrem Mann Markus vor vier Jahren zufällig einen Radiobericht über das Imkern hörte, traute sie ihren Ohren kaum. Auch ihr Mann fand die Imkerei "interessant" und war sofort "die treibende Kraft", erinnert sich Martina Will. Inzwischen gehört die Beschäftigung mit den Bienen zu ihrem Alltag, die dreijährige Tochter Livia wächst ganz selbstverständlich mit den Tieren auf.

Infos durch Kurse

Leidenschaft allein reicht allerdings nicht, um Bienen zu halten. Die Lektüre von einigen Büchern vermittelte schon eine Vorstellung von der Verantwortung und den Pflichten, Kurse sorgten für eine gute Vorbereitung. In Sachen Bienenhaltung, Bienenkrankheiten, Hygiene im und um den Stock sowie Honigverarbeitung kannten sich die beiden Bienenbegeisterten schon aus, als sie von Karin Schmidt, der Vorsitzenden des Bad Brückenauer Imkervereins, das Angebot zum Probe-Imkern erhielten.

Imker auf Probe

Obwohl das Probe-Imkern als Entscheidungshilfe gedacht ist, dient es oft als Bestätigung. "Die meisten haben sich schon vor der Kontaktaufnahme zum Imkern entschieden", verrät Karin Schmidt. Vom Imkerverein Münnerstadt kam die Idee zum Probe-Imkern nach Bad Brückenau und versprach Vorteile für alle Beteiligten. Das Projekt sorgte für wachsende Mitgliederzahlen, der Verein wird zudem vom bayerischen Staat finanziell gefördert. "Im zweiten Probe-Jahr sieht man: Es sortiert sich", weiß Karin Schmidt. "Aber die meisten bleiben dabei." Grundsätzlich ist es "besser, wenn Imker organisiert sind". Von Profis erhalten sie fachliche Tipps, gefährlich sei dagegen das "Halbwissen aus dem Internet", immerhin geht es um Lebewesen, die auch unsere Nahrung beeinflussen.