Ein Gitter und eine rot-weiße Bake gebieten Halt. Der Reitersteg an der Oberen Saline ist wegen Baufälligkeit gesperrt. Für eine Sanierung oder gar einen Neubau fehlen der Stadt die Mittel. Der Reiterverein ist im Augenblick ziemlich ratlos.

"Der Steg ist die Nabelschnur für den Reitbetrieb außerhalb des Stalles", sagt der Vorsitzende des Reitervereins, Dr.
Lothar Lürken: "Er ist die einzige sichere Verbindung zu den Reitwegen jenseits der Saale und zum Turniergelände in der Au."

Seit der Schließung des Reiterstegs bleiben dem Verein nur die Fuß- und Radweg diesseits des Flusses und zwei Brücken, die nicht für Ross und Reiter geeignet sind. Da wäre der Steg an der ehemaligen Kalk-Klinik. "Der ist sehr rund gebaut und gerade bei Glätte und Schnee nicht zu überwinden", sagt Reitlehrerin Britta Heidorn. "Außerdem sind die Seitengeländer viel zu niedrig. Wenn da ein Pferd scheut, liegen Pferd und Reiter in der Saale." Und das, wo der Verein viele Reitschüler habe, die noch nicht sicher sind.

Etwas geeigneter ist laut Lothar Lürken der Steg beim Gasthaus Adler in Hausen. Er sei breiter und flacher. Doch auch hier bergen laut Vorsitzendem die niedrigen Geländer Risiken. Weiterer Nachteil: "Bis wir an diesem Steg sind, ist die Reitstunde schon fast vorbei", klagt Britta Heidorn.


Konflikte vorprogrammiert

Zudem sei der harte Asphaltboden des Fuß- und Radweges auf Dauer für die Pferde nicht gesund, fahren Lürken und Heidorn fort. Beim Reiten auf den Wiesen verärgere man die Landwirte. Außerdem sei der Weg an Wochenenden sehr belebt, da seien Konflikte vorprogrammiert. "Man kann die Pferde nicht zwingen, ihre Notdurft zurückzuhalten", sagt Heidorn.

Sie und Lothar Lürken haben Angst, dass der gesperrte Steg an der Substanz des Vereins nagen könnte. "Ein großer Teil der rund 100 aktiven Mitglieder sind Freizeitreiter, die in der Natur reiten wollen", sagt Dr. Lürken. Gleiches gelte im Sommer für Gäste, die in der Reitanlage ihr Pferd abstellen und ebenfalls ins Gelände wollen. Genau dafür werbe die Stadt sogar in ihrem Internet-Auftritt. Er befürchtet, dass sowohl Mitglieder als auch Gäste zur Konkurrenz in der Umgebung abspringen.

Eines ist für den Vorsitzenden klar: "Der Verein hat nicht die Mittel, um selbst eine Sanierung des Steges in die Hand zu nehmen oder größere Anteile zu finanzieren." Dass der Reiterverein aus lauter sehr betuchten Mitgliedern bestehe, wies der Vorsitzende in diesem Zusammenhang zurück. Allerdings wäre man bereit, über Arbeitseinsätze zu reden: "Wir würden dafür aber gerne die konkreten Anforderungen an eine Sanierung oder Wieder-Nutzung von der Stadt bekommen."

Aus Sicht der Stadt gibt es nichts Neues zu sagen, so Pressesprecher Thomas Hack. Der Steg sei aus Sicherheitsgründen gesperrt, im Haushalt seien keine Mittel vorgesehen.