Wenn schon jetzt jeder fünfte Einwohner über 60 Jahre alt ist, dann hat Altersforschung eine hohe Priorität. Dies hat die "Stiftung Parkwohnstift Bad Kissingen" erkannt. Sie unterstützt mit der Stadt Bad Kissingen Projekte in der Altersforschung. Dazu gehört die Verleihung des Bad Kissinger "Parkwohnstift-Preises für Gerontologie", der in diesem Jahr an Dr.
Matthias Kramer für seine Arbeit über "Potentiale der Angehörigenarbeit - eine quantitative Studie zur Integration Angehöriger im Pflegeheim" ging.

Martin Ulses, Geschäftsführer des Bezirksverbandes der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Unterfranken, erinnerte an 1989, als der Preis erstmals vergeben wurde. Schon damals sei das Ziel gewesen: "Es sollen Arbeiten sein, die in der Praxis umsetzbar sind." Als Vorsitzender des Stiftungsbeirates bedankte sich Stefan Wolfshörndl bei der Stadt Bad Kissingen für die Beteiligung: "Wir tun das Richtige, um gerontologische Ziele in der Wissenschaft besser zu vernetzen", sagte er. Deutschland sei das Land mit der ältesten Bevölkerung Europas, nach Japan auf dem 2. Platz in der Welt, und mit einem Rückgang der Geburtenrate auf 650 000 Neugeborene.

Qualität für Senioren schaffen

Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) sagte, dass es wichtig sei, dass man "Qualität in das Leben der Senioren" bringe. Das Alter habe ein Dynamik, wie es vor Jahrzehnten nicht denkbar war. Deshalb müsse man als Kommune auch in Barrierefreiheit und seniorenge rechte Wohnformen investieren.

Bad Kissingen habe den Ruf, "eine Stadt der Alten" zu sein. Dies empfindet Blankenburg als Auszeichnung. Es sei von den Senioren eine bewusste Entscheidung gewesen, nach Bad Kissingen zu ziehen. Stellvertretender Landrat Emil Müller (CSU) bedankte sich bei Stiftung und Stadt für die Auslobung des Wissenschaftspreises.
Jürgen Kaiser hielt einen Vortrag zum Thema "Der alte Mensch als Autofahrer, Risiken und Chancen." Mobilität im Alter sei aufgrund der Veränderungen wichtig für die "soziale Teilhabe des älteren Menschen". Dazu gehöre das Auto. Senioren am Lenkrad seien eine "gefühlte Risikogruppe", aber Untersuchungen hätten ein differenziertes Bild ergeben. Je älter man ist, in umso weniger Autounfälle sei man verwickelt, andererseits steige das Risiko, einen Unfall zu verursachen.

Die Preisverleihung leitete Karl-Günter Gaßmann, Vorsitzender des Kuratoriums, mit den Worten "Jetzt wird´s ernst!" eingeleitet. Er würdigte Matthias Kramer, der eine "praxisorientierte Arbeit" vorgelegt habe, die mit 10 000 Euro dotiert war. Ein Förderpreis ging an Anja Beyer für "Gelungenes Miteinander im Sebastian-Fackelmann-Haus". Darin wird ein Mehrgenerationenhaus als integrierende Wohnform für junge und alte, gesunde und kranke Menschen vorgestellt.



Der Parkwohnstift-Preis für Gerontologie

Der Preisträger 2013: Dr. Matthias Kramer (54), Bünde (Nordrhein-Westfalen); Diplom-Sozialpädagoge, Diplom-Sozialgerontologe, seit vielen Jahren in der evangelischen Alterseinrichtungen beschäftigt.

Der Stifter Stiftung Parkwohnstift; gegründet 18. Dezember 1985; Stiftungszwecke:
Förderung der Altenpflege und der gerontologischen Wissenschaft; Unterstützung von bedürftigen Personen der Seniorenresidenz Parkwohnstift; Unterstützung gemeinnütziger Einrichtungen der Altenpflege
Vergabe des "Bad Kissinger Parkwohnstift-Preises für Gerontologie".

Der Preis Die erste Preisvergabe der Stiftung erfolgte in Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Kissingen im Jahr 1989, jeweils werden Hauptpreis(e) und Förderpreis(e) durch ein Kuratorium vergeben. Bis 1996 wurde der Preis jährlich vergeben, seitdem im zweijährigen Rhythmus.