Über Monate geschlossene Hotels, Pensionen und Restaurants sowie wochenlang geschlossene Einzelhandelsgeschäfte prägten und prägen noch immer das Ortsbild auch in der Marktgemeinde Bad Bocklet. So kam die Anfrage von Christian Horn (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung nicht überraschend, wie sich denn die Kurtax- und Steuereinnahmen im abgelaufenen Jahr 2020 entwickelt hätten.

Wirtschaftplan eingehalten

In einer tabellarischen Übersicht wurden die Ratsmitglieder über die wichtigsten Steuereinnahmen sowie die Einnahmen aus Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe übermittelt. Danach sanken die Kurtaxeinnahmen im Geschäftsjahr 2020 um 21 Prozent von 343 447 im Vorjahr auf nur noch 270 806 Euro. Dennoch konnte der Wirtschaftsplan der Staatsbad GmbH eingehalten werden, in dem vorsorglich nur 260 000 Euro eingerechnet waren.

Die Einnahmen aus der Fremdenverkehrsabgabe sanken im Jahresvergleich sogar um 25 Prozent von 131 172 Euro auf nur noch 97 787 Euro, womit der Planansatz von 101 000 Euro nur gering unterschritten wurde. In Summe konnte zumindest der Wirtschaftsplan 2020 der Staatsbad GmbH, in dem Gesamteinnahmen in Höhe von nur 361 000 Euro aus Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe veranschlagt waren, immerhin noch um knapp 7600 Euro überschritten werden. Allerdings lag diese Summe doch um 22 Prozent unter der des Vorjahres (474 619 Euro).

Wesentlich besser schloss das Wirtschaftsjahr 2020 bei den Steuereinnahmen ab. Zwar sank der Anteil der Gemeinde bei der Einnahme aus Einkommensteuer um über 100 000 Euro von 2,2 Millionen auf nur noch 2,1 Millionen (minus 4,6 Prozent), doch konnte zumindest der Haushaltsansatz von 1,8 Millionen um 17 Prozent übertroffen werden. Alle sonstigen Einnahmen aus Grundsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer und Schlüsselzuweisungen lagen trotz Corona-Einschränkungen sogar über den Ergebnissen des Vorjahres 2019. So stiegen die anteiligen Einnahmen aus der Gewerbesteuer um fast 390 000 Euro (20 Prozent) auf über 2,3 Millionen und übertrafen damit den vorsichtigen Haushaltsansatz um 30 Prozent. Der Gemeindeanteil aus der Umsatzsteuer übertraf das Vorjahresergebnis um 266 000 Euro (9,3 Prozent) und lag mit 337 038 Euro sogar um 47 Prozent über dem Haushaltsansatz. Die Höhe der Schlüsselzuweisungen entsprach mit fast 1,208 Millionen Euro annähernd dem Haushaltsansatz. Doch auch sie übertrafen das Vorjahresergebnis immerhin noch um sieben Prozent.

Insgesamt zufrieden

Insgesamt ist Bocklets Kämmerer Patrick Könen mit diesen Zahlen angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zufrieden. "Es war eine gute Entwicklung, besser als erwartet", sagte er auf Nachfrage dieser Zeitung. Allerdings sind die Einnahmen aus Steuern und Zuweisungen, Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe nur ein Teil des Gesamthaushalts, über dessen tatsächliches Ergebnis sich der Kämmerer erst nach endgültigem Abschluss äußern kann.

Weitaus größere Sorge macht ihm aber das laufende Haushaltsjahr: "Wir wissen noch gar nicht, was uns 2021 bringt." Man müsse abwarten, zumal sich einige Folgen aus dem Wirtschaftsjahr 2020 erst zeitversetzt im Haushaltsjahr 2021 auswirken werden.