Es waren Risse und Ausbuchtungen, mit denen die Mauer entlang des Kapellenfriedhofes im Dezember 2013 auf sich aufmerksam machte. Anlass für die Stadt, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen und unter anderem einen Teil des Gehsteigs längs der Kapellenstraße zu sperren. Nach über eineinhalb Jahren ist diese Absperrung verschwunden.
Gefahr vorbei.
Das Problem der Friedhofsmauer: Der Boden hinter der Mauer liegt zum Teil bis zu drei Meter höher als davor und drückt gegen das Bauwerk. Deshalb hat die Stadt umfangreiche Untersuchungen in Auftrag gegeben und - solange die Sicherheit nicht gewährleistet war - einen Absperrzaun errichtet.
Jetzt hat die Stadt den Zaun entlang der Kapellenstraße abbauen lassen. "Die Untersuchungen des Ingenieurbüros haben ergeben, dass die Standsicherheit doch gegeben ist", sagt der Pressesprecher der Stadt, Thomas Hack.


Noch Bedarf an Teilabschnitt

Das gilt allerdings nur für den Bereich zur Straße hin. Der Teil der Mauer zwischen dem Haupteingang des Friedhofs und der Firma Chwolka muss laut Hack noch weiter untersucht werden. "Da gibt es voraussichtlich auch Handlungsbedarf." Dieser werde sich im Falle des Falles bei den Haushaltsberatungen für 2016 bemerkbar machen. Dabei werde es auch um das Thema Fördermittel gehen. Der gesamte Kapellen-friedhof einschließlich der Mauer steht unter Denkmalschutz.
Während entlang der Straße die Sperren entfernt wurden, steht sie zwischen Friedhofseingang und Chwolka noch. Allerdings sind sie im Moment geöffnet.


Frage der Belastung

Dem jetzt vorliegenden Gutachten waren umfangreiche Untersuchungen vorausgegangen. Unter anderem wurden Bodenproben gezogen. Denn es ist nicht unerheblich, ob hinter der Mauer schwerer Lehm, der dazu noch Wasser aufnimmt, gegen die Mauer drückt, oder wasserdurchlässiger Sand. Nach den ersten Probebohrungen verlangte der Statiker weitere Tests, was die ganze Maßnahme erheblich in die Länge zog, wie der Leiter des Gebäudemanagements bei der Stadt, Hans Bauer, bereits im Januar dieses Jahres betont hatte.
Um Fußgänger und Autofahrer zu schützen, hatte die Stadt den Gehsteig gesperrt, entlang des Zauns ein Parkverbot verhängt und die Höchstgeschwindigkeit in diesem Abschnitt der Kapellenstraße von Tempo 50 auf 30 gesenkt. Eine Sicherheitsmaßnahme, die vor allem aufgrund ihrer zeitlichen Länge nicht überall Anklang fand.
Für fast ein Jahr gesperrt war das zum Liebfrauensee zeigende Portal des Friedhofs. Das vom Statiker ebenfalls beanstandete Eingangsgewölbe ließ die Stadt für rund 8500 Euro herrichten, es ist seit Anfang 2015 wieder begehbar.