Der Würzburger Universitätsprofessor für Robotik und Telematik, Klaus Schilling, blickte beim Handwerkertag in Oberleichtersbach in die digitale Zukunft. Er glaubt, dass Roboter und Menschen in Zukunft Hand in Hand arbeiten werden. Auch kleine Unternehmen könnten nach Meinung des Wissenschaftlers von der Digitalisierung und wachsenden Vernetzung profitieren. Er erwähnte Fortbildungskurse, die gerade kleine Betriebe auf diese Zukunft vorbereiten.

An der Digitalisierng kommen auch Handwerksbetriebe nicht vorbei. Das war ein Fazit, das Moderator Alexander Subat ziehen konnte. Alexander Subat ist der Geschäftsführer der Saale-Zeitung und weiß aus der eigenen Praxis, wie wichtig die Vernetzung auf allen Ebenen der Wirtschaft heute ist. Angekommen ist die Digitalisierung längst im Handwerk. Das bestätigte auch Hanse Haus-Geschäftsführer Marco Hammer.
Einen 3D-Drucker gebe es zwar bei Hanse Haus noch nicht, beantwortete er eine Frage aus dem Publikum, aber man arbeite bereits testweise mit dieser Technik und habe einen Kooperationspartner. Für die speziellen Anforderungen beim Hausbau sei die Technik noch nicht so ausgereift, um sich bereits jetzt ein solches Gerät zu kaufen, so Hammer. Aber man begleite die Entwicklung. Auch Hammer verwies darauf, wie wichtig es in Zukunft für Handwerker sei, sich in Zukunft so zu vernetzen, dass sie im Internet gefunden werden.
Die Digitalisierung sahen die Vertreter aus der Politik als Chance für den ländlichen Raum. Landtagsabgeordneter Sandro Kichner: "Es spielt keine Rolle mehr, ob man in Oberleichtersbach, oder im Silicon Valley wohnt".
Landrat Thomas Bold erklärte, dass der Netzausbau auf dem Land deshalb eine der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen sei. Dann hätten die Handwerker im Landkreis gute Perspektiven, um mit Kreativität und Engagement erfolgreich zu sein.
Der Auszubildende Maximilian Martin brachte den Hinweis, dass im Unterricht der Berufsschulen die Digitalisierung noch keine sehr große Rolle spiele, obgleich er bei Hanse Haus ständig damit zu tun habe. Die Baupläne für Häuser sind beispielsweise auf Smartpone abrufbar. Hier sollten die Lehrpläne fortgeschrieben werden, fand Bold. Denn auch die handwerklichen Berufe fänden sich im Wandel. Auch Marco Hammer wünschte sich noch mehr Grundkenntnisse der Schüler, beispielsweise in Office-Anwendungen.
Die Digitalisierung mache das Handwerk für die jungen Leute wieder interessanter, glaubt Sandro Kirchner. Die Möglichkeiten seien riesig, erläuterte Professor Schilling. Der Wasserhahn komme künftig aus dem 3D-Drucker, ist er sich sicher.
Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Unterfranken, Rolf Lauer, sieht das Handwerk in Sachen Digitalisierung auf einem gutem Weg. Auch er geht davon aus, dass in der intelligenten Vernetzung von Maschinen die Zukunft liegt. "Das Handwerk muss da am Ball bleiben", so seine Meinung.