Ein Band der Sympathie ist es sicher nicht, jenes Band, das während der Freiluft-Konzerte des Kurorchesters den Kurgarten teilt. "Seid ihr denn bekloppt?", so lautet noch wörtlich einer der Sprüche, die sich die Kurwarte und die Mitarbeiter des Wach- und Schließdienstes, die für die Absperrung sorgen, anhören müssen.

Bisher war der Kurgarten während der sommerlichen Konzertzeiten komplett für all jene gesperrt, die keine Kurkarte hatten oder nicht bereit war, Eintritt zu zahlen. Gerade während dieser Zeiten sollte der Gast das Gefühl haben, etwas Besonderes zu sein, dem etwas Besonderes geboten wird.

Heuer wird der Kurgarten per Band zweigeteilt, wenn sich die Bühne des Kurorchesters nach außen dreht. Nicht zur Freude des Zielpublikums. "Entweder ganz oder gar nicht", sagt Josef Memmel, der eine Jahreskarte für die Kurkonzerte hat.


Man fühlt sich veralbert

Ihn und andere ärgert, dass sie für die Karte Geld ausgegeben haben, das Kurkonzert hinter dem Band aber nahezu gleich gut zu sehen und zu hören ist - und zwar kostenlos. "Das ist unmöglich, da gehört der Kurgarten ganz abgesperrt", sagt Memmel. "Da fühlt man sich im Grunde veralbert." Und er weiß von vielen, die das genau so sehen.

Ärger hat es auch schon darüber gegeben, dass einige Türen der Wandelhalle während der Konzertzeiten nicht abgeschlossen sind, so dass sich zahlungsunwillige Zuhörer von hinten zum Konzert einschleichen können.
Nicht namentlich genannt sein wollen jene, die die Kurkarten kontrollieren. Aber sie sagen, dass sie regelmäßig angemacht werden. Von unzufriedenen Gästen. "Wer hat sich denn das einfallen lassen?" sei eine oft gestellte Frage.


Kostenfreier Zugang zur Info

Einfallen lassen hat sich das die Staatsbad GmbH. "Grund für die in 2014 entstandene Situation war die notwendige Verlegung der Tourist-Info vom ehemaligen Kurgastzentrum in den Arkadenbau", lässt Presse- und Öffentlichkeitsmitarbeiterin Sandra Schmelz im Auftrag von Kurdirektor Frank Oette wissen. Die Staatsbad GmbH müsse den Gästen einen kostenfreien Zugang zur Tourist-Info ermöglichen.

Die teils nicht abgesperrten Türen der Wandelhalle bezeichnet Sandra Schmelz als Notausgänge, die das Verlassen der Wandelhalle bei Gefahr ermöglichen und deshalb zwingend von innen nach außen zu öffnen sein müssen. Das Servicepersonal kontrolliere diese Türen ab sofort verstärkt. Außerdem würden die Gastkarten im unmittelbar umliegenden Bereich der Absperrung ebenfalls kontrolliert. Gegebenenfalls werde auch kassiert.


"Wir wollen das nicht verhindern"

"Sofern die Bedingungen es zulassen, wollen wir unseren Gästen den Genuss eines Kurkonzerts unter freiem Himmel auch weiterhin ermöglichen", lässt Sandra Schmelz weiter wissen. Dies bedeute, dass die Musik sowohl im Kurgarten selbst, als auch in unmittelbarer Nachbarschaft zu hören ist. "Dies wollen wir ausdrücklich nicht verhindern, sondern freuen uns, wenn unsere Gäste nach wie vor großes Interesse an den Konzerten unseres Kurorchesters zeigen" und wir auch Konzert-Neulinge so auf das tolle Angebot noch besser aufmerksam machen können", so Sandra Schmelz abschließend.

Das tröstet jene, die für eine Karte bezahlt haben, wenig. Und sie werden sich weiter fragen, warum in der anderen Hälfte des Kurgartens jeder zum Freiluft-Konzert flanieren darf, und das kostenlos.