Für das Geld von dem Kissinger Unternehmen Pro Care Management GmbH soll der Jahresbedarf an Hygiene- und Schutzmitteln für die fast 70 ehrenamtlichen Hospizbegleiter beschafft werden, die Sterbende auf ihrem letzten Weg begleiten. "Früher haben wir unseren Kunden kleine Weihnachtsgeschenke gemacht", erläutert Udo Reppert, Gründer und Geschäftsführer der Pro Care Management GmbH. Doch seit drei Jahren verzichtet er darauf und spendet den Gegenwert lieber einer gemeinnützigen Einrichtung oder Organisation wie dem Bad Kissinger Hospizverein.

Vor 20 Jahren gründete Reppert seinen Einkaufsverbund für Firmenrestaurants, Seniorenheime und Kliniken bis hin zu universitären Großkliniken und ermöglicht damit seiner Kundschaft je nach deren Anforderungen den kostenoptimierten Wareneinkauf bei ausgewählten Lebensmittellieferanten.

Sterbebegleitung ist wichtig

Heute ist das Bad Kissinger Unternehmen mit seinen 100 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 450 Millionen Euro der Marktführer seiner Branche in Deutschland und betreut 3000 Küchen im ganzen Bundesgebiet. "Da Seniorenheime und Krankenhäuser zu unseren Kunden gehören, ist uns der Gedanke an Tod und Sterbebegleitung nicht fremd", begründet Reppert seine Entscheidung, nach 2019 auch heuer den Hospizverein Bad Kissingen noch einmal mit seiner Weihnachtsspende zu bedenken, zumal dessen Arbeit durch die Corona-Pandemie besonders schwierig geworden ist.

"Sterbende brauchen in ihrer letzten Lebensphase besondere Zuwendung, menschliche Nähe und Wärme", fasst der Palliativmediziner und Vorsitzende Reinhard Höhn die Aufgabe des Bad Kissinger Hospizvereins in einem Satz zusammen. Doch diese Nähe ist durch Corona fast unmöglich geworden. Die Besuchsmöglichkeiten in Krankenhäusern und auf Pflegestationen in Seniorenheimen sind stark eingeschränkt, wenn nicht sogar ganz verboten. Deshalb gingen heuer auch die Anfragen aus Kliniken wegen der dort gültigen restriktiven Sicherheits- und Hygienemaßnahmen stark zurück. Höhn: "Die Isolation der Sterbenden steigt. Unsere Arbeitsweise ist eine völlig andere geworden." Statt einer liebevollen Umarmung muss heute ein Telefonat ausreichen.

Hoffnung auf Arbeitserleichterung macht die Möglichkeit einer Impfung. Vor allem aber benötigen die knapp 70 ehrenamtlichen Hospizbegleiter die für ihre Besuche erforderliche Schutzbekleidung. "Wir werden mit dem Spendengeld jetzt FFP2-Gesichtsmasken und anderes kaufen können", freut sich Koordinatorin Rita Hillenbrand. Sie hofft, dass die 4000 Euro der Pro Care Management GmbH zumindest für den Jahresbedarf an Schutzmitteln ausreichen werden.

Kontaktadresse Hospizverein Bad Kissingen e.V., Kapellenpfad 3, 97688 Bad Kissingen, Tel.: 0971/ 785 88 56, Email: hospizverein_badkissingen@t-online.de