Rund 110 Polzeimeisteranwärter durften unter der Woche in Oerlenbach "in die Luft" gehen. Im Ausbildungsplan der Bundespolizei stand der richtige Umgang mit Dienst-Hubschraubern - das reicht von Sicherheitsaspekten bis hin zur Kommunikation während des Fluges.

Zwei mal pro Jahr landen Hubschrauber der Staffel aus Oberschleißheim laut Pressesprecher Oliver Hagen auf dem Gelände der Bundespolizei. In diesen Tagen war es ein Hubschrauber mittlerer Größe, er bietet Platz für die Pilotin, den Flugtechniker und acht Passagiere. LTH - also leichter Transport-Hubschrauber - heißt das Fluggerät, das rund 20 Mal in den beiden Tagen im Bereich der Bundespolizei landete und wieder abhob.

Zunächst drei Stunden Theorie

Die kommenden Mitglieder der Bundespolizei - in diesem Fall waren es die Ausbildungsjahrgänge 20/II und 21/I mussten erst rund drei Stunden die Theorie pauken und wichtige Aspekte der Sicherheit beim Nutzen der Flugunterstützung lernen, ehe sie sich dem Heli nähern durften. Vor Ort ging es dann zuerst um das richtige Ein- und Aussteigen und um die Möglichkeiten der Kommunikation während der Reise via Mikrofon und Kopfhörer.

Hubschrauber wie der LTH werden zum schnellen Transport zum Einsatzgebiet genutzt, schilderte Oliver Hagen. Im echten Einsatz erfolgt das in Wellen, steigen die Kollegen bei laufenden Rotoren auf ihre Plätze und gelangen so zum Ziel. Bei der Ausbildung ging das Ganze etwas ruhiger über die Bühne. Der Heli landete, schaltete die Rotoren und den Motor ab und wartete auf neue Gäste, die dann Gruppe für Gruppe in den Transport-Heli einstiegen. Für den Notfall stand ein grüner Unimog aus Oberschleißheim parat: so eine Art Flugplatzfeuerwehr, die schnell eingreifen kann, wenn es bei Start oder Landung zu Schwierigkeiten kommt. Einsatzfertig startete auch die Besatzung des grünen Hilfsfahrzeuges vor dem eigentlichen Hubschrauber-Start die Unimog-Motoren, richteten ihre Hilfsmittel ein; zum Glück wurden die Spezialisten an diesem Tag nicht wirklich gebraucht.

Auf dem Pilotensitz saß eine junge Frau, auch in diesen Tagen eine Ausnahme bei der Bundespolizei- die meisten Pilotensessel werden von männlichen Kollegen eingenommen. Mit der Ausbildung in Oerlenbach begann auch für die Pilotin ihre Karriere bei der Bundespolizei. Zwischendurch sah es mal schlecht aus für die Ausbildung rund um den Hubschrauber: Regenwolken schoben sich über das Gelände, Meldungen, dass Hagel kommen könnte, bremste den Optimismus über einen zügigen Verlauf. Zum Glück machten der schwere Regen und die schlechte Witterungen einen Bogen um Oerlenbach, der Heli musste nicht sicherheitshalber nach Nürnberg umziehen und so konnte die erhoffte Ausbildungseinheit wie geplant durchgeführt werden.

Nachwuchsprobleme scheint die Bundespolizei nicht zu kennen. Oliver Hagen berichtet, dass die allermeisten der jungen Menschen, die mit der Ausbildung beginnen, diese auch erfolgreich beenden. In Schülerpraktika - diese dauern eine komplette Woche - können

junge Männer und Frauen prüfen, ob der verantwortungsvolle und nicht ganz ungefährliche Job bei der Polizei ihr künftiger Beruf sein könnte. Diese Schülerpraktika werden vom Bundespolizeiaus- und -fortbildungszentrum Oerlenbach nur in den bayerischen Herbst-, Faschings-, Oster- und Pfingstferien angeboten.

Für mittleren und gehobenen Dienst

In der Regel werden in Oerlenbach Bundespolizisten für den mittleren Dienst ausgebildet, die Azubis tragen deshalb die Bezeichnung Polizeimeisteranwärterinnen oder -anwärter. Auch Mitarbeiter für den gehobenen Dienst lernen in Oerlenbach - das geschieht in Kombination mit einem Studium an der Fachhochschule der Polizei und lässt sich mit einem dualen Studium vergleichen.

Dicht gedrängt beäugten die künftigen Bundespolizisten das Innere des Transport-Helikopters. Ehe die Nachwuchskräfte einsteigen und mitfliegen konnten, erlernten sie wichtige Sicherheitsaspekte im Unterricht.