Über die Arbeit des BRK (Bayerisches Rotes Kreuz) informierten sich die Mitglieder der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus. Neben zahlreichen Mitgliedern des Kreisverbands Bad Kissingen konnte der Kreisvorsitzende Adolf Lieb auch Mitglieder aus dem Raum Haßfurt mit dem Unterbezirksvorsitzenden Werner Thein an der Spitze begrüßen. Der stellvertretende Kreisgeschäftsführer Thomas Menz übernahm es, den SPD-Senioren einen Überblick über die Arbeit, die das Rote Kreuz haupt- und ehrenamtlich leistet, zu vermitteln.

Er begann mit etwas Geschichte: Der erste Rotkreuz-Einsatz auf bayerischem Boden fand im Juli 1866 in Bad Kissingen während der Schlacht zwischen bayerischen und preußischen Truppen statt. Der Ortsverein Kissingen, der damals Kolonne hieß, wurde allerdings erst im Jahr 1889 gegründet.

In vielen Orten des Landkreises gibt es ehrenamtliche Bereitschaften. Für den Transport von Kranken und Verletzten sind die hauptamtlichen Mitarbeiter in den rund um die Uhr besetzten Rettungswachen in Bad Kissingen, Bad Brückenau, Hammelburg und Maßbach sowie im nur tagsüber besetzten Stellplatz Münnerstadt zuständig. Sie erledigen zum Beispiel auch Dialyse-Fahrten oder Heimfahrten nach Krankenhaus-Aufenthalten. Tagespflege, Essen auf Rädern oder ein Hausnotruf gehören ebenfalls zu den Tätigkeiten des Roten Kreuzes.

Die vielfältige Arbeit der ehrenamtlichen Helfer reicht von der Erste-Hilfe-Ausbildung über die Mithilfe bei Blutspende-Terminen bis zum Organisieren von Altennachmittagen für Senioren und Behinderte. Auch bei Suchaktionen von Vermissten werden sie immer wieder eingesetzt. Zum Roten Kreuz gehören auch das Jugendrotkreuz (ab sechs Jahren), die Wasserwacht, die Bergwacht, die Rettungshundestaffel. "Das kann der Staat allein nicht vorhalten", betonte Menz und "wir haben über 5000 Fördermitglieder und nur mit diesem Geld können wir das überhaupt finanzieren".

Wichtig sei, dass nach wie vor Frauen und Männer bereit sind, ehrenamtlich mitzumachen, "es gibt sie zum Glück noch". Rund 40 Prozent der Helferinnen und Helfer sind Frauen. Auch für Leute, die kein Blut sehen können, gebe es genug Tätigkeiten und Möglichkeiten, ehrenamtlich beim Roten Kreuz mitzumachen, "das fängt schon beim Kaffeekochen bei Blutspendeterminen an".

Thomas Menz erläuterte, dass er über den Zivildienst zum Roten Kreuz und zu seiner hauptamtlichen Tätigkeit beim BRK kam. 20 Jahre arbeitete er im Rettungsdienst. "Wenn Sie einen Beruf haben, in dem sie helfen können, gibt es nichts Schöneres" versicherte er. Menz forderte seine Zuhörer auf, in jeden Fall schnell zu helfen, wenn andere bewusstlos werden. Schon nach vier Minuten Atemstillstand seien bleibende Schäden zu befürchten. "Der einzige Fehler, denn sie machen können, ist, nichts zu machen".

In jeder Jacke trägt er übrigens ein Überraschungsei mit sich. Es enthält allerdings keine Süßigkeiten oder Plastikspielzeug, sondern dünne Einmal-Handschuhe, die er zum Beispiel überzieht, bevor er den Mund einer bewusstlosen Person von Erbrochenem säubern muss. Er klärte auch über die Notrufnummern auf: Bei lebensbedrohlichen Verletzungen oder Krankheiten 112 anrufen. Der kassenärztliche Notdienst (für alle Krankenkassen) ist unter 116-117 erreichbar.