Auf Einladung von MdB Dorothee Bär besuchte seine Exzellenz Shi Mingde, Botschafter der Volksrepublik China in Deutschland zusammen mit seiner Frau und der 1. Botschaftssekretätin Xu Jinghua, den Landkreis Bad Kissingen. Besonders stolz zeigte sich Bad Bocklets Bürgermeister Wolfgang Back, wollte sich der fernöstliche Gast doch nicht nur mit Repräsentanten der örtlichen Wirtschaft treffen, sondern auch dem Schlossmuseum einen Besuch abstatten.
"Die
chinesische Porzellansammlung auf Schloss Aschach und der Frankenwein stehen mit ganz oben auf dem Programm", erläuterte der Bürgermeister. In der Tat erwies sich seine Exzellenz der Botschafter als Kunstkenner chinesischen Porzellans und so antwortete er in ausgezeichnetem Deutsch, als er von Museumsleiterin Anette Späth hörte, dass der ehemalige Schlossbesitzer und damalige deutsche Botschafter in China, Graf von Luxburg kurz nach 1900, altes chinesisches Porzellan auf der ganzen Welt zusammenkaufte: "Heute könnte sich das finanziell kein Botschafter mehr leisten".

Ungewöhnlich lange

Dorothee Bär nannte es äußerst ungewöhnlich, dass sich ein Botschafter sogar zwei Tage Zeit nimmt, um sich einen Wahlkreis zeigen zu lassen. Aber zum einen wolle man dem Botschafter den kulturellen Bereich der Region zeigen, zum anderen natürlich auch eine Plattform für die hiesigen Geschäftsleute und Firmen herstellen, die mit China Handelsbeziehungen unterhalten.

Eintrag ins Goldene Buch

Allein aus der Marktgemeinde Bad Bocklet waren die Firmen DT & Shop, L + S AG und die Firma Boockmann GmbH (Steinach) vertreten. Aus dem Landkreis Bad Kissingen waren zudem Firmenvertreter von Perma-tec GmbH & Co. KG (Euerdorf), Paul & Co. GmbH & Co. KG (Wildflecken) und der Weinbaubetrieb Baldauf (Ramsthal) geladen.
Beim Eintrag ins Goldene Buch der Marktgemeinde Bad Bocklet zeigte sich der Botschafter wiederum sehr sprachgewandt und erläuterte, dass der chinesisch geschriebene Name "Deutschland" gleichzeitig als synonym für "Tugend" stehe. Zu Rhönforelle auf Blattsalaten und Rehfilet aus heimischer Jagd mit Kartoffelkrapfen präsentierte das Weingut Baldauf 2011 Weine und Sekte aus eigenem Anbau und Dorothee Bär hegte sogar ein bisschen den Wunsch, Chinas Botschafter möge auch den Frankenwein zu offiziellen Anlässen in der Berliner Botschaft kredenzen.
Am zweiten Tag stand ein Besuch bei der in Bad Neustadt ansässigen Firma Preh GmbH auf dem Programm. Die Preh-Gruppe gehört mit ihren insgesamt über 3200 Mitarbeitern auf drei Erdteilen heute zu Ningbo, einem chinesischen Unternehmen. In Bad Neustadt, dem Stammsitz von Preh, sind noch rund 1200 Mitarbeiter tätig.