Als Freund feiner Orgelmusik musste man heuer lange bangen, ob der Bad Kissinger Orgelzyklus stattfinden wird. Seit über drei Jahrzehnten ist der Bad Kissinger Orgelzyklus in der Herz-Jesu-Stadtpfarrkirche ein fester Bestandteil der Kulturszene in der Kurstadt. Dank einer erstklassigen Orgel aus der renommierten Potsdamer Orgelfabrik Schuke lässt sich fast jede Orgelliteratur interpretieren. Am Samstagabend war es endlich so weit. Mit einem fulminanten Konzert startete der 32. Orgelzyklus mit Burkhard Ascherl (Orgel) und Brigitte Ascherl (Gesang). Um in den Hörgenuss zu kommen, hieß es erst einmal anstehen, um seine Daten gemäß den Corona-Hygiene-Vorschriften anzugeben. Dann folgte die Händedesinfektion und Platzanweisung für die rund 100 Zuhörer. Für alle gewöhnungsbedürftig, dass man als Zuhörer mit - Mund- und Nasenschutz - separiert dem Konzert folgen konnte.

Doch wie bei jedem Eröffnungskonzert gewohnt, erfolgte ein Feuerwerk bekannter festlicher Orgelwerke und Lieder vom Barock bis in die Romantik. Mit Johann Sebastian Bach startete die musikalische Reise. Das "Präludium und Fuge D-Dur, BWV 532" ist eine sehr berühmte Schöpfung und gilt gestalterisch wie technisch als Meisterwerk Bachs. Schon der schwungvolle Eingang strahlt eine ausdrucksstarke Freude aus, die in der jubilierenden und dynamischen Fuge fortgesetzt wird. Das Werk ist eine Herausforderung für jeden Organisten. Dank guter Registrierung und souveräner Interpretation eine wahre Wonne für jeden Orgelfreund. Aber auch französische Orgelliteratur kam mit Léon Boëllmann "Menuett" aus der Suite Gothique sowie mit drei Sätze aus der "1. Symphonie op. 14" von Louis Vierne zu Wort. Zwischen den Orgelwerken bezauberte Brigitte Ascherl mit ihrer sonoren Sopranstimme. Herausragend die Solo-Motette für Sopran "Exsultate, jubilate", von Wolfgang Amadeus Mozart, welche Burkhard Ascherl bearbeitet hatte. Brigitte Ascherl bezauberte hier mit den sehr hohen Gesangspassagen beim "Recitativo" des viersätzigen Werkes, wofür sie riesigen Applaus der Zuhörer bekam. Eine weitere Herausforderung für sie war die dreisätzige Arie "Les Angélus" des französischen Komponisten Louis Vierne. Alles in allem eine wunderbare Einstimmung auf weitere Konzerte des Orgelzykluss.