Nur ein paar Schritte sind es von der Staatsstraße 2289 bis zur Sinntalbahn. Völlig verwachsen liegen die Schienen in der Landschaft. "Wahnsinn, wie lange hier schon kein Zug mehr gefahren ist", sagt Günther Felbinger. Der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler ist zusammen mit dem Fraktionsvorsitzenden des Landtags, Hubert Aiwanger, in die Rhön gekommen. Eingeladen hatte Roland Limpert, 2. Bürgermeister von Zeitlofs, der auch für die PWG im Kreistag sitzt.

Straßenausbau erfolgt talseitig

Limpert nämlich reicht's langsam. "Das Thema beschäftigt uns seit 1988", berichtet er den Abgeordneten. Im Januar habe die Gemeinde Anträge ans Straßenbauamt und die Bayerische Staatsregierung gestellt, um die dringende Sanierung der Straße endlich voranzubringen. "Bis Ende Mai haben wir nichts gehört", sagt Limpert. Deshalb wende sich die Gemeinde nun direkt an die Abgeordneten.

In der vergangenen Woche waren bereits Staatssekretär Gerhard Eck und Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (beide CSU) in Bad Brückenau. Nachdem nun erneut ein Interessent für die Sinntalbahn aufgetaucht ist, droht die Sanierung ins Nirwana abzugleiten. "Plötzlich ist es möglich, die Straße unabhängig von der Bahn auszubauen", stellt Limpert trocken fest. Statt bahnseitig solle nun der Ausbau talseitig erfolgen, denn nach der Sanierung wird die Straße etwa einen Meter breiter sein. Pläne dafür werde das Straßenbauamt Schweinfurt bis Herbst vorlegen - hieß es in der vergangenen Woche.

Abgeordnete sagen Hilfe zu

Dass Zeitlofs nun fraktionsübergreifend Druck macht, sei "kein Populismus. Das ist eine Notwendigkeit für unsere Region!", macht Limpert klar. Auch Jürgen Pfister und Dieter Muth, beides Kreisräte für die PWG, stellen sich hinter das Anliegen. "Da werden wir nachdrücklich dafür kämpfen", verspricht Günther Felbinger. "Das ist finanzierbar", ist sich Hubert Aiwanger sicher.

Unterdessen hat der neue Interessent für eine Reaktivierung der Sinntalbahn erste Gespräche mit der Deutschen Bahn geführt. "Wir haben unsere Vorstellungen gegenseitig ausgetauscht", berichtet Hubert Teichmann, Geschäftsführer der Staudenbahn bei Augsburg. Es gehe ihm auch darum, ein Gefühl für die Kostenstruktur zu bekommen. Was die Zurückhaltung der Region gegenüber den wiederholten Plänen zur Reaktivierung der Strecke angeht, so zeigt Teichmann Verständnis. "Mit der Vorgeschichte haben wir nichts zu tun", sagt er. Das Beispiel der Staudenbahn zeige aber, dass Reaktivierungen erfolgreich sein könnten, "auch in der Rhön".

Besonders gefreut habe er sich, dass ein Gleisbauunternehmen aus dem Raum Fulda die Reaktivierung befürworte. Was konkrete Pläne angeht, so bleibt Teichmann aber realistisch: "Wir brauchen noch etwas Zeit, um das Projekt seriös anzugehen. Im Moment sind wir noch nicht entscheidungsfähig."