Für die Eröffnung sperrt die Feuerwehr eigens die neu gebaute Straße ab. Ein blau-weißes Band ist auf Höhe Schmidthof über die Fahrbahn gespannt. Nur Busse dürfen noch hindurch. Mit dem Straßenausbau zwischen Rupboden und der Kreuzung nach Eckarts kommt ein Projekt zum Abschluss, das den Markt Zeitlofs und seine Bürger jahrzehntelang beschäftigt hielt.

"Die Arbeiten sind sehr, sehr ruhig und sehr, sehr gut gelaufen", sagt Michael Fuchs, Leiter des Staatlichen Bauamts Schweinfurt. Die Straße, die von Bad Brückenau nach Zeitlofs führt, gehört dem Freistaat Bayern. Deshalb koordinierte die Behörde den langwierigen Ausbau. Gerade auf dem letzten Teilstück habe es zähe Verhandlungen gegeben, blickt Fuchs zurück. "Trotzdem konnten wir zu einer gütlichen Lösung kommen."

Die Baustelle sei sowohl im Zeit- als auch im Kostenrahmen geblieben, sagte er. Vier Bushaltestellen und zwei Buchten für Busse installierten die Arbeiter. Sie sind barrierefrei gestaltet worden. Eine Überquerungshilfe für Radfahrer entstand bei Wernarz. Die Kreuzung nach Eckarts wurde ebenfalls ausgebaut und mit einer Linksabbiegespur versehen.

Erinnerung an schweren Unfall

Matthias Hauke (GMZ), seit Mai Bürgermeister des Marktes Zeitlofs, erinnert daran, dass erste Planungen zum Straßenausbau bereits Mitte der 1980er Jahre angestellt wurden. Das entspreche exakt seinem Lebensalter. Die Zuhörer quittieren das mit heiterem Lachen. Als Hauke allerdings klar macht, dass es "wirklich verdammt lange gedauert" hat, bis die Straße gebaut wurde, lacht niemand mehr. Im Jahr 2001 sei die Straße in der Dringlichkeit abgewertet worden, schildert Hauke und berichtet, dass 2007 ein schlimmer Lkw-Unfall passierte. Erst danach habe das Bauamt den Ausbau angepackt.

Bis 2011 wurden die Straße zumindest zwischen Rupboden und Zeitlofs in drei Bauabschnitten neu gebaut. Hauke erwähnte ebenfalls die vertrackte Situation mit der Deutschen Bahn. Für den Ausbau des jetzt fertiggestellten Streckenabschnitts wäre Grund und Boden der ehemaligen Bahnstrecke nötig gewesen. Schließlich entschied sich das Bauamt dafür, talwärts auszubauen. Das hatte zur Folge, dass viel Erde - insgesamt etwa 27.000 Kubikmeter - von den Bauarbeitern hin- und hergeschafft wurden.

Abschließend fordert der Bürgermeister, dass die letzten 250 Meter vor dem Ortseingang Zeitlofs auch noch saniert werden müssten. Stellvertretend für die Stadt Bad Brückenau spricht er den schlechten Zustand der Straße im Staatsbad an. Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner und Landrat Thomas Bold (beide CSU) würdigen hingegen den Einsatz des Bauamts und die Hilfe von Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) bei der Umsetzung.

Dann segnen Vertreter beider Kirchen die neue Straße. Dabei macht die Zeitlofser Pfarrerin Barbara Weichert deutlich, dass Gebet allein keine Unfälle verhindere. Sie appelliert an alle Autofahrer, sich im Straßenverkehr rücksichtsvoll zu verhalten. Diakon Kim Sell verteilt Weihwassser auf dem Asphalt.

15 Monate dauerten die Arbeiten. Zunächst wurde die Straße von der Kreuzung nach Eckarts bis auf Höhe Schmidthof ausgebaut. In diesem Jahr folgte der Abschnitt bis Rupboden.

4,2 Millionen Euro kostete der Ausbau der Straße. Die Fahrbahn wurde auf 6,5 Meter verbreitert. Der befestigte Straßenrand trägt ebenfalls zur Verkehrssicherheit bei.

2,5 Kilometer lang ist der Abschnitt, den das Staatliche Bauamt Schweinfurt ausbaute. In den Jahren zuvor sind bereits die Abschnitte zwischen Rupboden, Trübenbrunn und Zeitlofs erneuert worden.